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Richard Koechli: Dem Blues auf der Spur
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Doo Wop und wahre Grösse

20FeetFromStaredomDVDCoverAm 4. Januar strahlte das Erste Deutsche Fernsehen ARD eine Doku aus mit dem Titel 20 Feet From Stardom. Dieser Dok-Film hört dorthin, wo man sonst nicht hinhört und bringt jene Sängerinnen in den Kegel des Scheinwerferlichts, die sonst im Schatten stehen: die Background-Sängerinnen. Das 2014 mit dem Oscar für die beste Dokumentation prämierte Meisterwerk von Morgan Neville (kein Mitglied der New Orleans-Familie) konzentriert sich auf die Schwarzen Background-Sängerinnen der 1960er bis 1980er Jahre, als Musiker von Ray Charles bis Frank Sinatra und von Neil Diamond bis zu David Bowie ihren Sound anreicherten mit Backgroundsängerinnen, die zumeist namenlos blieben, obwohl sie erstens wunderbare Stimmen haben und zweitens oftmals die Lieder so grundlegend veränderten, dass sie bedeutend mehr waren als ein Teil der Instrumentierung. Der Dok-Film erzählt die Geschichten von Schwarzen Sängerinnen, die wohl gerne selbst im Rampenlicht gestanden hätten, aber es nie schafften, und die daher bis heute Geheimtipps blieben.

Keine lahme Socke

Eric Clapton hat es sich vielleicht mit der Veröffentlichung seines Studioalbums Old Sock mit einigen Fans verdorben, aber dieser Live-Auftritt von der 2013er-Ausgabe der «Baloise-Session» in Basel zeigt einmal mehr, wieso Eric Clapton auch im gehobeneren Alter (er wird im März 70) relevant ist. Für Langzeit-Fans ist dieser Auftritt ein weiterer Live-Act von Eric Clapton, der mit einer bewährten Band von musikalischen Mitstreitern einen professionellen Gig hinlegt. Wie schon mehrfach bemerkt, hat Eric Clapton weder die Persönlichkeit noch die Bühnenpräsenz, um ein Publikum mit seiner Show zu begeistern, dafür tut er dies umso mehr mit einem soliden und  abwechslungsreichen Auftritt, in dem er vor allem seinen Freund J.J. Cale ehrt, indem er vier seiner Titel covert. Die DVD In Session : Event Halle Switzerland 2013 macht den Anschein eines Bootlegs, und für bloss €10.- kann man bei Amazon den Konzertauftritt kaufen, der allerdings auch schon auf SRF2 zu sehen war.

Ein würdiges Denkmal

 
Gründer und Anführer der Allman Brothers Band, Duane Allman verstarb zwar schon 1971 im beklagenswert jungen Alter von 24 Jahren, aber natürlich lebt die Band weiter, die er begründet hat. In den letzten Jahren wurde der einzigartige Slide-Gitarrist wieder populärer, was nicht nur die Versteigerung seines ikonischen Guitar Straps für US$15‘000 im Jahr 2003 belegt oder die Publikation von Tabulatur und Noten seiner wichtigsten Songs in 2009 (Duane Allman Guitar Anthology undA Step-by-Step Breakdown of His Guitar Styles and Techniques) und eines Play-Alongs im Jahr 2010. Diese wohlverdiente neuerliche Aufmerksamkeit für einen der kreativsten Köpfe des Blues, Bluesrock oder Southern Rock wurde von Regisseur Tom O’Dell nun einen Schritt weiter geführt mit der Publikation einer englischsprachigen und nicht untertitelten DVD im Jahr 2013, welche im Film Song Of The South - Duane Allman and The Rise Of The Allman Brothers die Biographie Duane Allmans und die ersten Jahre der Band minutiös nachzeichnet.

Claptons 60er Jahre

Das Leben von Eric Clapton ist denen, die sich dafür interessieren, seit langem bekannt. Es gibt mehrere Biographien, eine Autobiographie und im Zusammenhang mit den verschiedenen Bands, in denen Clapton gespielt hat, auch Bandbiographien, in denen E.C. stets einen wichtigen Teil einnimmt. Nun gibt es drei neue DVDs des Labels «Sexy Intellectual», welche die Produktionsfirma «Eagles Vision» übernommen hat und nun über einen Katalog von zwischen 50 und 100 Rock-Dokumentarfilmen verfügt, die sie als DVD über die üblichen Kanäle verkaufen. Rock und Bluesrock, Classic Rock, das sind die Genres und so gibt «Sexy Intellectual» nicht regionalkodierte DVDs heraus zu Duane Allman, Eric Clapton, Rush, Pink Floyd, Kraftwerk, Frank Zappa, Nick Cage und vielen anderen. Das Zielpublikum scheinen jene zu sein, die diese Bands noch erlebt haben und die nun oftmals Classic Rock-Radios hören oder ihren Kindern oder Enkeln ihre musikalische Tradition weitergeben wollen. Als erstes Beispiel hatbe ich mir nun die erste von drei DVDs zu Eric Clapton angesehen, die sich mit seinem Werdegang in den 1960er Jahren beschäftigt, also in der Zeit, in der Clapton sich als der herausragende Bluesrock-Gitarrist Englands etablierte und in vier bis fünf Bands spielte.

 

Unterhaltsame Geschichtsstunde

Auf knapp drei Stunden bietet das auf einer DVD erhältliche PBS-Programm The Great American Songbook einen Überblick über die Musical-Tradition der USA, die sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte. Diese Unterhaltungsmusik wurde von Autoren und Komponisten wie Irving Berlin, Cole Porter oder George Gershwin geschrieben, deren Erfolge diese Titel in die ganze Welt trugen und die Entwicklung des Broadway-Musicals sowie der Musical-Filme Hollywoods begründete. Diese Geschichte wird auf der DVD aufgerollt, völlig konventionell werden von allen wichtigen Komponisten stets die grössten Erfolge gefeiert, aber es gibt sehr viel Original-Aufnahmen. Von Minstrel-Shows bis zu frühen Aufnahmen von Duke Ellington aus dem Cotton Club, das Programm ist informativ und sehr unterhaltsam. Und wenn dies auf nicht im Entferntesten Blues ist, so ist es doch gute Unterhaltung und eine tolle Lektion in der Geschichte der Musik, die vor Rock und Pop, vor den Beatles und Presley die Menschen elektrisiert hat. Es ist sozusagen eine Einführung in die Musiktradition, die mit dem Blues teilweise gemeinsame Wurzeln hat, aber reichlich andere Früchte trug: die dominant von Weissen Amerikanern geschriebenen Evergreens des Great American Songbook.

Biographie des Königs
Ein Besuch an der Frankfurter Buchmesse machte es deutlich: der Blues ist momentan nicht mehr en vogue. Wo noch vor wenigen Jahren Porträts von Bluesmen die Kalendergalerien und die Kunstbände bevölkerten, wo Neuerscheinungen über den Blues und sein Einfluss auf die Rock- und Pop-Musik auflagen, dort ist mittlerweile aus Sicht eines Bluesfans Ödnis eingekehrt. Deutschrocker wie Udo Lindenberg oder Peter Maffay sind dort zu sehen, daneben Bücher über die Beatles oder einzelne Musiker dieser Band. Natürlich auch moderne Pop-Grössen wie Lady Gaga oderdie offenbar unverwüstliche Madonna sind zu sehen, aber in Sachen Blueshatte die Buchmesse nicht viel zu bieten. Die einzige und entsprechen willkommene Ausnahme war die DVD-Edition des Films BB King – The Life Of Riley, ein Film von Jon Brewer, der 2012 als Kinofilm lanciert wurde und nun als DVD vorliegt. Der Film ist eine Dokumentation über das Leben des «King of the Blues» und ein Film, der in zwei Stunden die wesentlichen Punkte erzählt, wobei besonders hervorzuheben ist, dass B.B. King selbst ausgiebig zu Wort kommt.

 

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