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Big News From Baton Rouge

JonathanBoogieLongLiveNewOrleansJazzFestCDCoverErneut ist Baton Rouge in Louisiana als Geburtsort eines Bluesman zu nennen. Nach Buddy Guy und Kenny Neal, von dessen Album von 1990 die Überschrift dieses Beitrags stammt, gibt es nun also einen jungen Mann aus Louisisana, der mit ebensoviel Feuer und Energie in die Blueswelt stürmt wie seine Vorgänger: Jonathon Boogie Long. Der junge Weisse, der in einer Baptistenfamilie aufwuchs, wie er auf seiner Website schreibt, wählte den programmatischen Künstlernamen Boogie Long, und seine Musik ist harter Bluesrock à la Warren Haynes oder Joe Bonamassa. Wie diese beiden baut seine Musik auf Gitarrenvirtuosität auf und bleibt im Bereich Bluesrock und Southern Rock konventioneller Machart, aber ausgezeichnet gespielt, wie 2013 in Montreux bereits zu hören war. Wir stellen sein Bootleg-Album Live at 2014 New Orleans Jazz & Heritage Festival vor und die erste eigene Veröffentlichung: Jonathon Boogie Long and The Blues Revolution.

Seine erste offenbar nicht selbst produzierte Veröffentlichung heisst Live at 2014 New Orleans Jazz & Heritage Festival und es ist offensichtlich eher ein Bootleg als ein richtiger Live-Mitschnitt, denn das Album kommt daher wie eine inoffizielle Publikation und die zehn Titel haben keine Namen, sondern sie sind einfach durchnummeriert. Auf der CD steht lediglich «Setlist not provided by the artist», es ist klar als Download konzipiert, Informationen finden sich auf der CD nicht, ein Booklet gibt es auch nicht. Dadurch kommt man ins Entdecken: Titel 06 beispielsweise ist ein wunderbarer Blues in Chicago-Tradition mit grossartigem Piano. Wenn Boogie Long übernimmt, macht er Buddy Guy alle Ehre. So viel Flüssigkeit und Spritzigkeit in einem Gitarrensolo ist bemerkenswert. Der Titel könnte als She Wants to Sell My Monkey benannt werden, denn das entspricht dem Gesang, aber musikalisch ist es nicht zwingend. Die Bluesgitarre ist auf höchstem Niveau, mit viel Druck und starker Verzerrung gespielt, wobei Boogie Long pro Song im Prinzip einen Sound einstellt, ohne gross Verwendung von Wah-Wah oder ähnlichen Modifikationen zu machen.

JonathanBoogieLongOnStageFarbeAm Anfang muss er erstmal zeigen, was er so kann und die ersten Titel sind auch viel Gitarren«wichserei», etwas der Schluss von Titel 02 bis zum Anfang von Titel 03 mit US-Hymne als Abschluss (Der Übergang der Titel scheint mir hier fehlerhaft auf der CD). Auch Titel 05 als Slow Blues-Gitarrensolo fällt in diese Kategorie, wenn auch die Licks hier sehr geschmackvoll sind und der Junge wirklich schnelle Finger hat. Titel 04 wird dann bluesiger und hier beginnt der Chicago-Teil. Verschiedene Genres sind mit je einem Titel vertreten: Titel 07 ist der Texas Shuffle, Titel 08 ist weitgehend ein Schlagzeugsolo, ehe dann mit Titel 09 der obligate Slow Blues folgt, genüsslich auf beinahe 9 Minuten ausgedehnt. Die ganze CD enthält nicht einen schlechten Titel, Power aus jeder Pore, grossartiger Gesang, so macht Bluesrock viel Spass. Den Abschluss bildet dann Born to Play the Blues, ein hübscher Titel, Radiomaterial.

JonathanBoogieLongAndBluesREvolutionCDCoverVon der ersten auf der Website des Künstlers angebotenen und damit selbst produzierten CD Jonathon Boogie Long and The Blues Revolution gibt es hier Hörproben, wobei von einer Revolution nur insofern die Rede sein kann, als die Band auch hier Blues-Subgenres genial mischt und ein abwechslungsreiches Album bietet trotz der Tatsache, dass die Musik hier anders divers ist als auf Live at the New Orleans Blues & Heritage Festival.

Auf der Revolution-CD gibt es eine stärkere Konzentration auf den Sound, was damit zu tun hat, dass dies eben kein Live-Set ist. Hier sind die Arrangements transparenter und insbesondere das Schlagzeug greift mehr Raum, auch experimentiert er mehr mit dem Gitarrenton. Die Musik bleibt: Power-Bluesrock mit gelegentlichen Funky-Einsprengseln (Mr. Mister und Bad Day) und ohne Rücksicht auf die Genregrenzen. Bluesfans und Rockfans können dieser Musik gleichermassen etwas abgewinnen, weil Boogie Long über ein grossartiges Gitarrenspiel und über eine gute Singstimme verfügt. Insgesamt scheint hier neben den erwähnten Vorbildern Haynes und Bonamassa auch Albert King durch, und die von ihm begründete Texasschule. So ist sein Catfish Blues auch nicht der Muddy Waters-Song, sondern ein selbst verfasster Text zu einem Standard-Blues-Chorus.

Mit Lonesome Road gibt es sogar einen akustischen Titel, der an 1970er Balladen erinnert (America), wirklich eine schöne Nummer, die sich stilistisch stark vom Rest des Albums unterscheidet. The Dealer ist der Slow Blues dieser Scheibe und mit 6:37 der längste Song. Auch auf dieser CD beeindruckt die Musikalität und das Feeling des Headliners ebenso wie seine Sangesstimme und sein Gitarrenspiel. Der junge Mann aus Baton Rouge betritt die Bluesbühne unter eigenem Namen bereits als vollständig entwickelter Künstler – und steht dennoch erst am Anfang.

Und zum Schluss noch eine Nachricht für all jene, die den Eindruck haben, Boogie Long sei genau ihre Kragenweite: am 19. August erscheint sein zweites selbst produziertes Album mit dem Titel Trying to Get There. Dieses gibt es auf der Website des Künstlers für US$18.- und über die üblichen Vertriebskanäle.

Jonathon Boogie Long and the Blues Revolution

1. Bad Day 4:36
2. Do Right Woman 3:29
3. Bad Karma 2:57
4. Catfish Blues 4:40
5. Blues Revolution 4:53
6. Floating with my Baby 4:08
7. Lonesome Road 3:00
8. Goin Somewhere 4:18
9. The Dealer 6:37
10. Mr. Mister 3:18

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