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Bücher

Einfach mal Slide spielen

KoechliSLideSpielbuchCoverIn seiner neuesten Lehrbuchpublikation wendet sich Richard Koechli an Gitarristinnen und Gitarristen, insbesondere die «Bottleneck-Freaks», und wohl auch an solche, die es mittels dieses Buches werden wollen. Koechli hat in seinem Fundus gegraben und er legt hier zwölf Stücke von unterschiedlichen Stilcharakteristiken vor, die er mit grosser Sorgfalt transkribiert hat, und die nachzuspielen der Sinn dieses Buches ist. Es ist – wie der Untertitel sagt – ein Spielbuch, konsequent zweisprachig deutsch und englisch gehalten, und darin gibt es feine Übungsstücke. Es ist wirklich «für jeden etwas dabei», wie man sagt, und die stilistische Vielfalt macht gleichzeitig deutlich, dass Slide-Spiel nicht nur etwas ist für Bluesmusiker, sondern vielmehr ein alternativer Zugang zur Gitarre. Und es macht zumindest grossen Spass, in diesen offenen Stimmungen herumzupröbeln – dank Richard Koechli unter fachkundiger Anleitung.

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Auf der Suche nach dem «Excalibur» der Gitarren

HervierVintageBuchcoverIn Zürich wurde eben ein Roman über Gitarren und Bluesmusik veröffentlicht: die Übersetzung von Grégoire Herviers 2016 erschienenem Roman Vintage. Im Französischen offenbar ebenso ein Code-Wort für alt-ehrwürdige Konsumgüter von früher, insbesondere Automobile und Gitarren. Um letztere geht es auch in diesem Roman, in dem Hervier seinen Helden auf eine wilde Reise schickt, die diesen ins Mississippi Delta führt und zu den Wurzeln der Bluesmusik. Und alles wegen einer ausgesucht unansehnlichen Gitarre: dem Modell «Moderne» der Firma Gibson. Um dieses geht die Geschichte, die bei Bluesnews.ch – und selbstverständlich ohne Spoiler – kurz umrissen wird. Das Buch ist eine schnell geschriebene und etwas atemlose Reise, die zu lesen gleichwohl Spass bereitet.

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Echo von Vorgerstern

Abbott Seroff Original Blues CoverWas ist der Unterschied zwischen Geschichte und Vorgeschichte? Oder besser gesagt, wann geht die prähistorische Phase in die Zeit der Geschichte über? Wie Geschichtsstudierende im Ersten Semester an den Universitäten der Schweiz dieser Tage grad wieder lernen: Geschichte beginnt in dem Moment, wo etwas darüber aufgeschrieben wird. Was nicht bedeutet, dass Vorgeschichte nicht stattfand, wir wissen nur dramatisch weniger darüber als über die Ereignisse der historischen Ära. Ebenso verhält es sich auch mit dem Blues: Die historische Phase des Blues beginnt vielleicht mit W.C. Handys Notation des St. Louis Blues oder sie beginnt mit den ersten Tonaufnahmen von Bessie Smith oder Ma Rainey. Aber klar ist: Der Blues als Kunstform beginnt nicht erst mit der Geschichtsschreibung über den Blues oder mit den ersten Aufzeichnungen, so wie die Geschichte der Menschheit nicht erst mit Herodot, Thukydides oder Sima Qian anfängt. Abbott und Seroff legen mit ihrem grossformatigen Werk The Original Blues: The Emergence of the Blues in African American Vaudeville 1899–1926 eine Spurensuche vor, die beeindruckt und die vor allem eines klar macht: Der Blues ist deutlich älter als die Bereitschaft oder die Möglichkeit, ihn aufzuzeichnen.

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Nutzlos, sinnlos, lieblos

WiliamStoutLegendsoftheBluesBuchcoverEin Wort der Warnung: Finger weg von diesem Machwerk namens Legends of the Blues. Dieses Buch, dass von aussen wirken mag wie ein Comic, ist in Wirklichkeit eine Zusammenstellung von Kurzbiographien von Bluesmusikern, jeweils mit einem gezeichneten Porträt. Teilweise hymnische Kritiken im Netz und auf Amazon erwecken den Eindruck, das Buch sei eine wahre Fundgrube für Informationen zu Bluesmusikern, und im Klappentext schwärmt Blues Brother-Regisseur John Landis von den Porträts der Musiker. Nach näherer Betrachtung dieses Buches komme ich zu einem anderen Schluss: Meiner Meinung ist dies ein vollkommen überflüssiges Büchlein mit schlechten, weil viel zu kurzen Biographien, das zudem eine Auswahl an Bluesmusikern präsentiert, die mindestens tendenziös ist und die man sogar als rassistisch bezeichnen könnte. Die Porträts der Musiker und Musikerinnen bieten zudem keinerlei neue Einblicke, sondern sie zementieren ein Bild von Bluesmusikern, von dem ich gehofft hatte, dass wir es hinter uns gelassen hätten.

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Präzise und berührende Biographie

thumb DerVergesseneKoenigDesBluesBuchCoverEine leider etwas aus der Mode gekommene Zaubershow zeigt einen Magier, der die Bühne mit einem Koffer betritt, aus dem er nach und nach üppige Blumensträusse, Topfpflanzen, sogar kleine Bäume auspackt. Immer, wenn man glaubt, nun sei der Koffer aber bestimmt leer, zaubert er noch ein riesiges Bouquet, noch einen Gummibaum, noch eine Yukkapalme hervor, bis schliesslich die ganze Bühne unter einem Blumenmeer verschwindet. Daran erinnert Richard Koechlis neuster Roman «Der vergessene König des Blues – Tampa Red». 

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Blues als Rebellion gegen den Zeitgeist

AlCookKeinPlatzFuerJohnnyBGoodeCover«Die sensationellste und schillerndste Musikerbiographie des Jahrzehnts. Bewegend, ergreifend, kontroversiell und streckenweise sarkastisch provokant. Kompromisslos und polarisierend wie er selbst. Die gesellschaftskritische Abrechnung eines unbequemen Individualisten mit dem Zeitgeist.»

So beginnt der Werbetext für die kürzlich erschienene Biographie des Doyens der österreichischen Bluesszene, Al Cook. Es ist mit fast 800 Seiten ein grosses Werk geworden, etwa vom gleichen Kaliber, wie die Biographie von Keith Richards. Wo diese sich aber zu einem viel zu grossen Teil in Eigenlob und Prahlereien über exzessiven Drogenkonsum und Sex, pubertären Schwanzvergleichen und Beschimpfungen erschöpft und spätestens nach einem Drittel langweilt, zeichnet Cook ein abwechslungsreiches Bild seines Lebens, mit all seinen Hoffnungen und Enttäuschungen, Siegen und Niederlagen und schildert darüber hinaus sehr farbig die gesellschaftliche Entwicklung im Allgemeinen und der österreichischen im Besonderen. Damit bleibt die Biographie bis zur letzten Seite interessant und spannend.

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