Jazz 'n' More
Jazz 'n' More
10. Vully Blues Festival
10. Vully Blues Festival
Groove Now
Groove Now
Basler Veranstaltungskalender
Basler Veranstaltungskalender
Gespräch mit dem Musiker Nico Brina

nico brina 13 jpgEr gehört zu den Menschen, die sich ihren Jugendtraum verwirklichen konnten, von ihrer Musik zu leben. Seit seinem Teenageralter ist er erfolgreich im Geschäft und hat in dieser Zeit in über 3000 Auftritten das Publikum in 19 Ländern mit seinem virtuosen Pianospiel und seiner Show begeistert. 2019 feiert er sein fünfunddreissigstes Jubiläum. Ende September wird er auch noch fünfzig. Es könnte ein Grund sein, etwas langsamer zu treten. Nicht für Nico Brina, ganz im Gegenteil. Eben erst hat er sein fünfzehntes Album «Boogie Me Up» veröffentlicht, dazu die zwei Online-Alben, die auf den üblichen Musikdiensten gestreamt werden können: «Blues Moods» und «Honky Tonk Boogie». Wir haben uns mit dem Künstler über seine Karriere und das neuste Album unterhalten.

 

Doch zunächst eine Zusammenfassung der wichtigsten Stationen seines Weges: Als achtjähriger Knirps entdeckte er das Piano, den Boogie-Woogie und Rock’n’Roll. Er schien schon damals zu wissen, dass dies sein Instrument und seine Musik war, jedenfalls konzentrierte er sich mit Leidenschaft und Hingabe darauf. Bereits 1984 hatte er seinen ersten öffentlichen Auftritt und wurde in der Presse gleich mit dem Etikett «King Of Boogie» versehen. Dennoch waren die ersten Jahre kein Honigschlecken und er musste sich die ersten Jahre mit allerlei Gelegenheitsjobs durchschlagen.

Angefangen hatte es mit den Jive Boys, einer Rock’n’Roll Band, die in ganz Europa tourte. 1990 ging Brina eigene Wege und 1991 löste die Band sich auf. Damit begann seine Solokarriere. (Seit 2016 sind die Jive Boys übrigens in Originalbesetzung wieder aktiv). Seither spielt Brina solo, oder mit unterschiedlichen Partnern: unter anderem den Schlagzeugern Tobias Schramm und Charlie Weibel, dem Perkussionisten Dominik Liechti. den Gitarristen Pete Borel, Lucky Wüthrich und Marc Gerber, dem Waschbrettspieler Beat Galli und der Sängerin Corinne Wenger. Mit dem Steptänzer Lukas Weiss ist er mit der «Tap and Boogie» Show zu erleben und mit dem Pianisten Alain Boog als Piano Duo.

Blues, Boogie Woogie und Rock’n’Roll sprechen bekanntlich nur eine begrenzte Menge Musikfreunde an. Ein breiteres Publikum wurde 1994 auf ihn aufmerksam, als er mit dem schnellsten Boogie Woogie in siebzig Sekunden 608 Anschläge spielte und es so ins Guiness Buche der Rekorde schaffte. Das ist zwar eher ein spielerischer PR Gag, sagt aber durchaus etwas über eine seiner Qualitäten aus: Mit treibendem, rasanten Pianospiel auch die hartnäckigsten Stillsitzer dazu zu bringen, sich bewegen zu müssen. Im Jahr darauf erhielt er einen Prix Walo, 2014 den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.

35 Jahre auf der Bühne ist respektabel, gratuliere. Deine Shows sind sehr energiegeladen und bestimmt sehr anstrengend. Wie hältst du das durch?
Erstens tue ich es gerne und zweitens halte ich mich mit Joggen fit.

Du hattest über 3000 Shows in 18 Ländern.
Ich habe zuhause eine Landkarte, in die ich für jedes Land ein Fähnchen stecke. Inzwischen sind es mit Portugal 19 Fähnchen.

Das Geheimnis deines Erfolges?
Das spielen, was das Publikum hören möchte und immer Neues bieten, dabei aber mir selbst und meiner Musik treu bleiben.

Was wird in den nächsten 35 Jahren geschehen?
Was ich die letzten 35 Jahre getan habe, macht mir immer noch Spass. Deshalb: Boogie Woogie. Rock’n’Roll und Blues spielen und mein Publikum mit meiner Show eine gute Zeit bereiten.

Was ist das besondere an deinem neusten Album «Boogie Me Up»?
Ich wollte schon lange die spezielle Atmosphäre der Auftritte als Duo mit Tobias Schramm im «Déja vu» in Biel einfangen, wo wir vor fünfzehn Jahren jeden Mittwoch aufgetreten sind und damit grossen Spass und ansprechenden Erfolg hatten. Einfach, ohne grosses Studio-Tamtam haben wir das Album praktisch in einem Ruck eingespielt und sind mit dem Resultat sehr zufrieden.

Wie kam es dazu, einen Titel von Tom Waits zu covern?
Es war Tobias’ Idee, den Song von Tom Waits zu spielen. Ich war anfangs eher skeptisch, bin aber nun glücklich, dass wir es gewagt haben.

Und wie kam es zum Song «Why Did You Kiss Me Last Night»?
Lucky Wüthrich hat diesen Titel nach einem persönlichen Erlebnis eben erst geschrieben und weil er mir so gefallen hat, durfte ich ihn verwenden, obwohl mein Album einen Monat vor seiner EP «Tell Me Why» erschienen ist.

Was sind deine aktuellen Pläne?
Eben habe ich zwei Alben veröffentlicht, die nicht als physische Tonträger vorliegen, sondern nur auf den Streaming Kanälen wie Spotify, Google Music und iTunes zu hören sind. Das eine ist «Honky Tonk Boogie Emotions» mit 15 Songs und fängt die Atmosphäre einer Honky Tonk Kneipe ein.  Das zweite ist «Blues Moods» und enthält langsame Blues Titel.

Nico Brina, besten Dank für das Gespräch.

Kommentare powered by CComment

Facebook Button

Diese Auszeichnungen haben wir erhalten:

SwissBluesAward2014 winner 150x160px

GermanBluesAward 2015 bluensnews.ch

 

 

bluesnews ist Mitglied dieser Organisationen: