Jazz 'n' More
Jazz 'n' More

Musiker

Der Killer lebt

Jerry Lee Lewis alt farbeEr war ein begnadeter Performer, weshalb man ihn den «Killer» nannte. Er war Mitglied des «Million Dollar Quartets» und Gegenstand eines Skandals in den prüden USA der 1950er Jahre, der den unüberbrückbaren Gegensatz zwischen «Norden» und «Süden» deutlich machte. Aber vor allem passte Jerry Lee Lewis nie in die amerikanische Mainstram-Unterhaltung, denn er war das, was die USA gerne unten den Teppich wischt: aus einer weissen aber armen Familie. Am 29. September wird Jerry Lee Lewis 85 Jahre alt. Herzliche Gratulation!

Kommentar schreiben (0 Kommentare)
Mehr als ein Albatros

PeterGreenAtlPortraitSW 

Am 25. Juli ist in seinem Geburtsland England Peter Green gestorben, Gründungsmitglied der Band Fleetwood Mac und Pionier des Britischen Bluesrock und der British Invasion. Nachrufe von NZZ bis Rolling Stone feiern den am 29. Oktober 1946 geborenen Peter Allen Greenbaum. Peter Green hat in der Schaffensphase von 1968 bis 1970 wunderbare Musik gemacht, er schrieb das zeitlose Instrumentalstück Albatross und Carlos Santanas unsterblichen Hit Black Magic Woman; er spielte für John Mayalls Bluesbreakers und er jammte mit B.B. King. Er fuhr nach Chicago und machte Aufnahmen mit Willie Dixon, S.P. Leary, Walter «Shakey» Horton, David «Honeyboy» Edwards und Otis Spann und er war eine wichtige und einflussreiche Stimme in der Britischen Bluesszene der 1960er Jahre. Das ist unbestritten und sein historischer Verdienst, und dafür hat er seinen unbestreitbaren Platz im Pantheon des Blues, doch die Nachrufe enden mit seinem Drogentrip 1970, weil das so wunderbar ins Narrativ passt: Britischer Gitarrist der Sechziger Jahre vemasselt sein Talent mit Drogen. Im Gegensatz zu Drogentoten wie Jimi Hendrix, Janis Joplin oder Jim Morrison hat Peter Green aber nicht einfach eine «scheene Leich» abgegeben, wie der Wiener sagt, sondern er lebte danach noch 50 Jahre.

Kommentar schreiben (2 Kommentare)
Eine der schönsten Stimmen des Soul

FrankBeyAll My Dues Are Paid hiess sein letztes Album, erschienen Ende 2019. Der titelgebende Song, eine Mikrobiographie des Soulsängers, klingt im Nachhinein fast, als hätte er gewusst, nicht mehr lange zu leben. Tatsächlich erhielt er vor fünfzehn Jahren und nach fünf Jahren Dialyse eine neue Niere, die vor einem Jahr versagte und ihn erneut zur Dialyse zwang. Am 7. Juni 2020 starb er zuhause in Glenolden, PA. Er wurde 74 Jahre alt. Mit ihm ist eine der schönsten Stimmen des Soul verstummt.

Kommentar schreiben (0 Kommentare)
Womp-bomp-a-loom-op-a-womp-bam-boom

LittleRichardaltOnStageDer allgemein zu Recht als Pionier des Rock’n’Roll gefeierte US-Musiker Little Richard ist dieses Wochenende in seinem Haus in Nashville verstorben. In den letzten Jahren hatte er sich als um die Welt tingelndes Rock’n’Roll-Denkmal gemeinsam mit anderen Legenden wie Chuck Berry, Fats Domino und Jerry Lee Lewis auf kleinen Bühnen verdingt, aber Little Richard war in seiner Blütezeit von 1955–1959 eine entscheidend wichtige Stimme für die Bewegung um Anerkennung der Schwarzen Amerikaner, aber auch der Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen als Heterosexualität, der einzig legalen Orientierung in den 1950er Jahren. Little Richard war ein mutiger Mann, der der Meinung war, zwischen Menschen sollte jede Kombination möglich sein – wie in den gemischten Trockenfrüchten «Tutti Frutti».

Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Nachruf Henry Gray

HenryGrayEr gehörte zu den letzten einer Generation, die leider bald nur noch in der Erinnerung, aber zum Glück auch in den Musikkonserven weiterleben wird. Am 19. Januar 1925 kam er in Kenner, LA zur Welt, einem Vorort von New Orleans, wuchs allerdings in Alsen in der Nähe von Baton Rouge auf.  Er erlernte Klavier als Achtjähriger im Selbststudium und mit Hilfe einer Nachbarin, Mrs. White. Als Jugendlicher spielte er Klavier und Orgel in der Kirche und schliesslich schafften seine Eltern für ihn ein Klavier an. Mrs. White ermutigte ihn, in ihrem Haus Blues zu spielen und als Sechzehnjähriger hatte er die Chance, in einem Klub in der Nachbarschaft zu spielen. Zuhause war zwar Blues verboten und sein Vater bestand darauf, ihn zu begleiten. Als er sah, dass Henry mit dem Blues anständig Geld verdienen konnte, gab er seinen Widerstand auf.

Kommentar schreiben (0 Kommentare)
Grummeln als Grundhaltung

BadTemperJoePorträtWer sich im Internet nach einer Übersetzung für «Bad Temper» umsieht, findet schnell Bedeutungen wie «miese Laune» oder «schlechte Stimmung». Tatsächlich ist es aber viel schlimmer: Eine miese Laune im Sinne von «Bad Mood» vergeht wieder, aber «bad temper» vergeht eben nicht – das ist Teil der Persönlichkeit, des «Temper»aments. Also sozusagen «schlechte Laune als Grundgefühl». Der Norddeutsche Musiker Bad Temper Joe hat sich genau diese Haltung auf die Fahne geschrieben. Doch trotz des vielleicht abschreckenden Künstlernamens zeigt sich der aus Bielefeld stammente Gitarrist und Songwriter als Mann der zarten Zwischentöne und als Anhänger des differenzierten Klanges. Seine wohl eher melancholische als schlecht gelaunte Seite zeigt sich in seinen Songtexten und in der oftmals düsteren Instrumentierung. Hier ein kurzes Porträt des vielseitigen Musikers, der eine Weissenborn Slide-Gitarre ebenso kunstvoll spielt wie die elektrische.

Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Newsletter abonnieren

Bitte JavaScript aktivieren, um das Formular zu senden

Facebook Button

Diese Auszeichnungen haben wir erhalten:

SwissBluesAward2014 winner 150x160px

GermanBluesAward 2015 bluensnews.ch

 

 

bluesnews ist Mitglied dieser Organisationen: