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Neue Wege – nach 400 Jahren

WessellNickelGrossZeichnungMusiker sind bekanntlich konservativ. Röhren vor Transistoren, Fahrradlampen-Mikrophone stehen hoch im Kurs, Vintage in Bauart und Technik, das scheint häufig das Motto zu sein. Dem gegenüber stehen immer die Tüftler, die Erfinder. Die amerikanische Traditionsfirma Wessell, Nickel & Gross hat an der Musikmesse eine solche technische Weiterentwicklung gezeigt: Klaviermechaniken aus Verbundstoffen. Ein Konzept, das einleuchtet und überzeugt. Damit wendet sich die Firma ab vom ewigen Baumaterial Holz und ersetzt die Präzisionsteile in Klavieren oder Flügeln durch Kunststoff-Teile, die all die Unzulänglichkeiten von Holz vermeiden.

Klaviere und Flügel sind bekanntlich hoch komplexe Konstruktionen. Dies ist zum einen begründet in der Tatsache, dass es immer alles in 88facher Ausführung braucht, weil es nunmal sehr viele Tasten nebeneinander sind. Aber auch die Mechaniken selbst sind diffizil und komplex. Vom Druck der Taste bis zum Erklingen eines Tones braucht es mehrere Bauteile, die Mechanik der Tasten wird übetragen, der Dämpfer und der Hammer kommen ins Spiel, Filze und Lederzungen-Scharniere sorgen für Anschlag und Spannung. Das wird seit Jahrhunderten gleich gemacht, die Deutsche Firma Louis Renner GmbH ist der Weltmarktführer in Holzmechaniken, und nach deren Angaben besteht eine Mechanik aus rund 6000 Bestandteilen.

WessellNickelGrossFotoHier gibt es viel Tradition und Erfahrung, aber auch unzählige Verbindungen, die nachlassen können, Leder wird spröde, Holz verzieht sich bei Trockenheit etc. Und die Qualität des Baumaterials Holz ist nicht einheitlich. Dem stellt die US-Firma Wessell, Nickel & Gross nun ihre seit 2005 entwickelten Bauteile entgegen. Die Firma wurde damals nach einem halben Jahrhundert neu gestartet und entwickelte Bauteile des sogenannten «Spielwerks», also der Hämmer und Zungen, Stösseln und Dämpfern, die es für ein Klavier braucht aus Epoxy und Karbonfasern und das Resultat sind Bauteile, die den Holzoriginalen nachempfunden sind und die diese ersetzen – nicht übertreffen, sondern mit den besten Holzbauteilen mithalten. Ein anschauliches Beispiel ist die Elastizität von Hammerschenkeln im Video:

Die Hersteller geben an, dass man die Bauteile selbst ersetzen können soll, zumindest gibt es ein offizielles Video hierzu. Die Liste der Kunden umfasst zahlreiche namhafte Colleges, und tatsächlich scheint das System insbesondere für Instrumente, die von einer Vielzahl von unterschiedlichen Leuten gespielt werden, besonders geeignet. Die Klavierbaufirma Mason & Hamlin verwendet als erste ausschliesslich Bauteile von Wessel, Nickel & Gross in ihren Produkten.

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