Nick Moss All Stars an den Groove Now Blues Weeks
Erster Abend der Blues Weeks Basel 2026. Patrick Kaiser, Gründer und musikalischer Direktor von Groove Now, erläuterte zu Beginn sein Konzept, das er seit Jahren verfolgt und das seine Konzerte sowie die Blues Weeks so interessant macht. Er verpflichtet erstklassige Musiker, die für zeitgenössischen Blues stehen. Diese bestreiten dann in unterschiedlichen Besetzungen einen Abend, der jeweils unter einem bestimmten Motto steht. Das fordert die Kreativität der Musiker und führt zu spannenden Konzerten.
Das Eröffnungskonzert am 28. Mai 2026 brachte Nick Moss auf die Bühne. Er gehört zu den wichtigsten Vertretern des Chicago Blues, den er weiterentwickelt und dabei gleichzeitig die Tradition bewahrt. Das zeigt sich auch darin, dass er oft und gern mit Musikern zusammenarbeitet, die sich ausserhalb des Chicago Blues bewegen. Er hat keine Berührungsängste und kann sich auch problemlos zurücknehmen und ihnen die Bühne überlassen. Kaisers Konzept stiess bei ihm deshalb auf offene Ohren.
Aus Nick Moss’ Band waren dabei: Rodrigo Mantovani, der umtriebige brasilianische Bassist, der seit etwa acht Jahren zur Band gehört. Er gilt als einer der besten Kontrabassisten der Bluesszene und beherrscht den Slap-Bass-Stil besonders gut. Am Schlagzeug sass der talentierte, noch junge Schlagzeuger Pierce Downer, der seit einem Jahr für den Takt in der Band sorgt.
Die All Stars bestanden aus dem formidablen Bob Welsh an Keyboard und Gitarre, dem vielseitigen Gitarristen und Sänger Andrew Duncanson sowie Victor Puertas, einem der besten Mundharmonikaspieler Spaniens, der auch am Keyboard eine gute Figur macht. In der zweiten Hälfte des Abends kam anstelle von Andrew Duncanson der Wirbelwind Willy Jordan auf die Bühne.
Wie erwartet wurde es ein abwechslungsreiches Konzert mit zahlreichen Höhepunkten. Bob Welsh zeigte, dass er die Saiten ebenso gut beherrscht, wie die Tasten. Zusammen mit Victor Puertas präsentierte er ein wunderschönes Doppelsolo aus Keyboard und emulierter Hammondorgel. Letzterer brillierte zudem mit seinen Harpsoli. Rodrigo Mantovani spielte mal E-Bass, mal Kontrabass in perfekter Slap-Bass Technik, die man leider viel zu selten hört.
Willy Jordan kam nach etwa der Hälfte des Abends anstelle von Andrew Duncanson dazu. Das 67-jährige Energiebündel aus Kalifornien trug einen auffälligen knallroten Dress und veränderte die Stimmung sichtbar und hörbar. Er tanzte, shoutete, pfiff und versprühte eine ansteckende Fröhlichkeit, pure Lebenslust. Schliesslich setzte er sich sogar noch ans Schlagzeug.
Mehr als zwei Stunden dauerte das Konzert im Antikenmuseum und begeisterte das Publikum, das zum Schluss stehend applaudierte. Ein toller Einstieg in die Bluesweeks Basel.