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The Jazz Channel presents B.B. King

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1. Two I Shot Blues
2. Let The Good Times Roll
3. I'll Survive
4. Bad Case Of Love
5. Peace Of Mind
6. Caldonia
7. Blues Boys Tune
8. Early In The Morning
 9. Just Like A Woman
10. I'm Gonna Move To The Outskirts...
11. The Thrill Is Gone
12. I Know
13. Don't Go No Further (You Need Meat)
14. Please Accept My Love
15. Making Love Is Good 

Studio: Aviva International  DVD-Erscheinungsdatum: 26. März 2001  Spieldauer: 65 Minuten  

 

 

Riley B. King ist natürlich nicht nur B. B. King (das steht für «Blues Boy»), sondern auch  ein etablierter Bandleader. Seine Begleitband - Bassist, Rhythmus-Gitarrist, Schlagzeug, 4-köpfige Horn Section - besteht seit Jahren aus denselben Mitgliedern. Der Effekt ist aber nicht eine Gewöhnung oder Abstumpfung, dies ist eine formidable Band, die den «King of the Blues» genau kennt und sofort auf ihn reagieren kann. Die Abstimmung, die Einsätze, alles vom Allerfeinsten.

 

Und dann ist da natürlich B.B. King, von dem es eine Masse an Live-Konzerten gibt, die auch gut verfügbar sind. Dieses Konzert hier zeigt den alten - und damit aktuellen - B. B. und es ist ein Hammerkonzert. Der alte Mann aus Indianola, MS, ist zwar vielleicht nicht mehr so fit wie früher, so sitzt der das ganze Konzert durch, aber sein Gitarrenspiel und vor allem sein Gesang sind unberührt von den Jahren. 

 

Das heisst nicht ganz. Im Gegensatz zu wie es B. B. King in jüngeren Jahren tat, begleitet er hier seine Stücke kaum mehr mit Fill-Ins. Sein Gitarrenspiel beschränkt sich auf ein Intro, ein Solo und ein Outro, und zusehends überlässt er auch Soli seinen Bandmitgliedern. Trotzdem gilt: wenn er die Saiten von Lucille ins Schwingen bringt, ist er einfach nach wie vor der Beste. Es ist eben B. B. King, der einflussreichste und brillanteste Gitarrist, den der Blues je hervorgebracht hat.

 

King gleitet durch ein Set mit relativ ungewöhnlichen Titeln. Viele jüngere Titel, Instrumentalstücke (Blues Boys Tune) So spielt er die Gassenhauer Sweet Sixteen nicht, einzig von Let The Good Times Roll als erstes Stücke und The Thrill is Gone als letztes Stück möchte er nicht lassen. Mit anderen Worten: Das Set repräsentiert seine spätere Schaffensphase, und er lässt Live the The Regal damit hinter sich. Es sind ruhigere Stücke, konzertanter vorgetragen, die daher eher an Ray Charles erinnern denn an einen Mississippi Juke Joint. 

 

Kings Gesang sollte erneut hervorgehoben werden: dass ein Mann mit diesem Alter und 250 bis 300 Konzerten pro Jahr seit 55 Jahren noch immer diese Kraft und diese Gesangsfreude in der Stimme hat, ist wirklich bemerkenswert. I'll Survive etwa trägt er herzzerreissend vor, voll verletztem aber auch zuversichtlichen Stolz, der dem Stück angebracht ist. Gleich danach wird es wieder fröhlich mit Bad Case of Love und seine Stimme trägt das Ganze.

 

Am Schluss des Konzertes gibt King wie gewöhnlich seine Plektren ans Publikum. Es erstaunt irgendwie, dass die Fans nicht wie beim Empfang der Kommunion die Zunge rausstrecken, um das Plektrum als eine Hostie des Bluesman zu transsubstantiieren. Der vorletzter Titel ist Please Accept My Love und es fällt auch einem Novizen des Blues leicht, diesem Mann am Ende dieser Show seine Zuneigung zum Publikum zu glauben.