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Henrik Freischlader House in the Woods

With a little Help from my Friends

 

Mit seinem fünften Album hat Henrik Freischlader ein wahres Rockalbum veröffentlicht. House in the Woods ist eine Sammlung von zehn durchweg selbst geschriebenen Titeln, sieben davon fetzige Rocknummern, drei sind Balladen. Für die Fans kesselnder Schlagzeuge und harter Riffs ist diese CD ein Ohrenschmaus, Bluestraditionalisten werden weniger ihre Freude an House in the Woods haben. Der deutsche Ausnahme-Gitarrist hat diesmal nicht die Instrumente eingespielt und die Songs im Studio zusammengesetzt, sondern in Quartettformation aufgenommen. Die CD hat einen guten Live-Charakter und geht gehörig ab. Von ihrem musikalischen Charakter ist dies deutlich mehr Led Zeppelin als Stevie Ray Vaughan.

Der Titelsong House in the Woods geht schonmal recht in die Füsse, Sisters nimmt den Drive auf und rotzt recht heavy daher. Jimmy Page lässt hier grüssen. Neben dem Bandleader Henrik Freischlader, der hier als Gitarrist und Sänger unterwegs ist, helfen Keyboarder Moritz Fuhrhop, Bassist Theofilos Fotiadis und Schlagzeuger Björn Krüger.

Fuhrhop spielt vornehmlich Hammondorgel, namentlich auf der schönen Ballade Two Young Lovers, wo er zeigt, wieviel Feeling er in sein Solo legen kann. Der Beginn der CD ist allerdings wenig für die zarten Zwischentöne zuständig: Titel 1-4 sind, was man von Freischlader erwartet: Bluesrock, wobei auf diesem Album eindeutig das letztere ein grösseres Gewicht hat als das erste.

House in the Woods ist ein erster Rocktitel mit Freischladers markantem Gitarrenton. Hart, Schmutzig und mit genügend «Dräck» für Headbanger kommt auch Sisters daher. Das Gitarrensolo brilliert erneut mit dem perfekten Ton für die Stimmung. Nowhere to Go kommt mit etwas mehr Funk-Gefühl daher, auch hier brilliert Furhop. Das Gitarrenriff ist hypnotisch und der Song durchaus Hitparaden-tauglich.  Der neuerliche Rocksong 1999 wird erneut von Krügers hartem Schlagzeug getrieben. Take the Blame und Hear Your Talking sind weitere Rocktitel mit einem jeweils neuen Riff. Es ist aber schwer, hier Nuancen auszumachen, einmal kommt das Wah-Wah zum Einsatz im Solo, einmal nicht, aber sonst sind sich die Titel sehr ähnlich. Gleichwohl ist dies nicht einfach musikalische Dutzendware, denn jeder Titel ist mit Herz und Engagement gespielt. Freude am gemeinsamen Abrocken ist spürbar.

Erwartungsgemäss ist der fünfte Song mit dem Titel Breaking My Heart Again eine Power Ballade, bei der die Balladen der Scorpions anklingen. Der andere Slow-title ist dann Two Young Lovers, ebenfalls eine Ballade, allerdings mit einer sehr zurückhaltenden Rockstimme gesungen und starkem Background-Gesang. Der Gesang ist hier für meinen Geschmack etwas sehr monoton und somit nicht über jeden Zweifel erhaben.

With the Flow ist ein böser, grummeliger Bluestitel. Der spannendste Titel des Albums, denn die Spannung zwischen Strophen und Refrain baut sich sehr schön auf und entlädt sich dann im Solo. Won’t you Help Me ist dann der versöhnliche abschliessende Slow Blues, mit einer Spieldauer von acht Minuten auch das längste Stück. Erneut fällt hier der sehr passende Gitarrenklang auf: warm mit sanftem Overdrive, und erst nach und nach stärker angezerrt. Arpeggien fallen wie Lichtstrahlen ein: perfekt. Das hat Freischlader wirklich drauf wie wenige Zeitgenossen.

Auf seiner Homepage bietet Freischlader Hörproben der Titel an. Insgesamt ist das Album sicher nicht das abwechslungsreichste, und vielleicht stammen manche der Titel aus einer Session, denn die CD wurde rasch eingespielt und manchmal hört man die heisse Nadel noch raus, mit der das gestrickt wurde. Aber wenn’s fetzt, dann fetzt’s, also sollte man als Freund des gepflegten Gitarrenrocks und Hard Rocks unbedingt eine Hörprobe nehmen.

Henrik Freischlader House in the Woods (2012)
Henrik Freischlader (vocals, guitar)
Theofilos Fotiadis (backing vocals, bass)
Moritz Fuhrhop (Hammond Organ, keys)
Björn Krüger (backing vocals, drums)
 
01 House In The Woods              3:45
02 Sisters                                   4:31
03 Nowhere To Go                       4:12
04 1999                                      4:31
05 Breaking My Heart Again         5:51
06 Take The Blame                     3:46
07 Hear Your Talking                   3:24
08 Two Young Lovers                   5:54
09 With The Flow                        4:48
10 Won't You Help Me                 8:00