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Nico Brina - The Blues Will Help You Survive

Nico Brina, der Tastenzauberer aus Biel, hat sein neustes Album vorgelegt. Der Titel klingt wie ein Motto: «The Blues Will Help You Survive». Vierzehn Eigenkompositionen sind darauf, die Hälfte davon wurden auch schon auf früheren Alben veröffentlicht. Das ist aber beileibe kein Recycling und keine Compilation, oder womöglich Mangel an Einfällen. Im Gegenteil! Mit der Horn Section aus Rolf Häsler, Sandro Häsler und Vincent Lachat betritt Brina Neuland. Heraus gekommen ist ein Album ohne einen schwachen Titel, aber mit einem interessanten Mix aus fetzigem Pianoboogie und R&B Elementen. Das macht das Album insgesamt bluesiger als seine bisherigen Veröffentlichungen.  Die stürmische, rockige Seite Brinas bleibt dabei erhalten. Die Songs lassen einen nicht ruhig sitzen.

Der titelgebende Song The Blues Will Help You To Survive, der auch auf der 2003 erschienenen CD «Born To Be a Boogieman» zu finden ist, demonstriert das gut.  Er ist ein Beispiel für Brinas Entwicklung als Pianist, wie auch als Arrangeur. Der Song wurde für die aktuelle Ausgabe gestrafft und mit der Horn Section verstärkt. Das Rezept bewährt sich durchgehend und ist besonders bei den neu aufgelegten Songs wie I have no reason to love you anymore, born to be a boogieman, it's rockin' time oder boogie woogie feelings deutlich.  Aber auch die anderen Songs profitieren davon.

 

Boogie Woogie Piano live ist eine Sache, Alben sind eine andere. Letztere haben alle gerne eine gemeinsame Eigenschaft: Natürlich wollen wir alle die artistischen Pianolicks hören, den rollenden Bass der linken Hand, der den Song vorantreibt, die perlenden Glanzlichter der hohen Töne. Natürlich lieben wir die hämmernden Finger und erfreuen uns am atemberaubenden Tempo. Das Piano macht ja auch alleine eine gute Figur, es braucht noch nicht mal Begleitung. Es besteht aber immer die Gefahr, dass es eine Leistungsshow des Pianisten wird.

Nico Brina umschifft diese Gefahr mit seinem neusten Album, indem er «mehr Orchester» einsetzt. Der Klang wird voller, die Songs haben mehr Körper. Es bleibt aber eindeutig - Nico Brina, der Boogieman.  Dazu mischt er Lieder mit klassischer Besetzung: Piano, Schlagzeug und Bass darunter (Hurry Harry), oder er spielt solo (Tipsy Blues, Honky Tonk Boogie, Bluesdrops und - wie könnte es anders sein - Lonesome Pianoman) Darin offenbart er sein ganzes Talent. Hier hat sich nichts geändert:  solides Handwerk, grosse Spielfreude und ein sicheres Gefühl für den Groove.

Wunderbar: lonesome pianoman, tipsy blues, hurry harry, let yourself go - und die anderen Songs. . .

Den Titelsong, the blues will help you to survive, kann man auf Brinas Website runterladen. Es gibt da auch andere Titel zum Anhören. Bestellen kann man hier.

Charlie Weibel, Schlagzeug auf Tracks 1,2,3,5,6,7,9,12,13
Tobias Schramm, Schlagzeug auf Track 10
Urs Nüssli, Elektrobass auf Tracks 1,3,5,6,7,9,13
Eisse Hommes, Kontrabass auf Tracks 2,10
Pete Borel, Gitarre auf Tracks 3,6,10
Heinz Affolter, Gitarre auf Track 5
Rolf Häsler, Sandro Häsler, Vincent Lachat; Blasinstrumente auf Tracks 1,2,3,5,6,7,9,10,12

 

Nico Brina - The Blue Will Help You Survive, 2012

1.       rock the boogie
2.       two rabbits on a blind date
3.       the blues will help you to survive
4.       tipsy blues
5.       I have no reason to love you anymore
6.       born to be a boogieman
7.       boogie woogie feelings
8.       bluesdrops
9.       it's rocking' time
10.   let yourself go
11.   lonesome pianoman
12.   time to boogie
13.   hurry harry