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Auburn - Indian Summer

Pop-Folk im Zuckerguss

Seit 1997 gibt es das britische Projekt Auburn um die Sängerin Liz Lenten und den Gitarristen Max Gilkes. 2003 kam ihr Debutalbum Dreams heraus und 2005 ist ihr bisher letztes Album erschienen, danach widmete die Sängerin sich ihren Elternpflichten. Nun ist Anfangs Mai mit Indian Summer ein neues Album erschienen, das die Auferstehung der Gruppe einleiten soll.

Die Musik der Band basiert auf akustischer Folkmusik. Damit hat man es aber nicht belassen, sondern die Arrangements tüchtig aufgemotzt. Verstärkt durch die Violinistin Elizy Carthy, den Cellisten Rob Lewis und mit üppigem Background Chor ist eine Sammlung von Songs erschienen, die sich an Roots, Country und Blues orientieren, aber nicht viel davon übrig lassen.  Am schlimmsten ist Day Dreamin’, vonReggae hätte man doch besser die Finger lassen sollen.

Dazu kommt Liz Lentens auffälliger Gesang. Bis auf eine Ausnahme trägt sie die Songs mit piepsiger Stimme vor, mit der ich nicht viel anfangen kann. Im Eröffnungstitel Shame On You wird dies durch das Arrangement etwas maskiert, in den übrigen Titeln kommt es unverdünnt. Liebhaber von Kate Bush dürften den Gesang mögen.

Geplant und angepriesen ist das Album als verträumt, romantisch, stimmungsvoll. Das ist durchaus zu spüren, jedoch ist die von Liz Lenten gewählte Singweise für genau diese Stimmung das, was die Wiener Überschmäh nennen. Gut zu hören ist es auf dem einzigen Titel, den die Sängerin anders angelegt hat: All Comes Back To You. Hier stimmen Melodie, Arrangement und die Emotionen in der Stimme überein. Das beste Stück der CD, bei dem auch der Text passt.

Die übrigen Texte sind leider weitgehend Plattitüden, die sich für ein Poesiealbum, oder als Lebenshilfe für erblühende Teenager eignen. Der Albumtitel Indian Summer jedenfalls weckte in mir die Assoziation von Reife. entsprechend hätte ich Texte mit Biss erwartet und keine Sätze wie: «life goes by too fast» oder «live every day as if it were your last.» 

Die CD ist hübsch verpackt, sauber produziert, die Arrangements sind gelungen, die Instrumente werden toll gespielt. Wer diese Art von Pop-Folk mag, ist gut bedient. Hier kann man es sich anhören: 

Auburn - Indian Summer, 2012, Scarlet Records Ltd.

Liz Lenten, Gesang
Max Gilkes, Gitarren, Keyboards, Piano
Jevon Beaumont, Bass
Willy Molleson, Perkussion: Track 4,5,8,9
Wan Hewitt, Perkussion: Track 1,2,3,6,7             
Horseman, Schlagzeug: Track 10
Rob Lewis, Cello
Eliza Carthy, Violine

Backgroundstimmen: Maddy Leather, Joe Leather, Max Gilkes, Liz Lenten, Joanne Louise Parker, Laura Vane, Eliza Carthy

 1. Shame on you
 2. Strong
 3. Indian Summer
 4. Free Spirit
 5. Day Dreamin'
 6. Stop the clock
 7. Too far from Home
 8. All comes back to you
 9. This is the life
10. Day Dreamin' - Dub Mix