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Bob & Tom, Boogie Street

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Fetziges Piano mit sattem Schlagzeug

Ein Schlagzeug, ein Klavier, selbstbewusster Gesang, das ist alles, was es für guten Blues braucht. Bob & Tom zeigen auf Ihrer Erstlings-CD, wieviel Musik ein Blues-Duo machen kann. Freitag, der 18. September ist CD-Taufe, wo man sich auch mit eigenen Ohren von den Fähigkeiten der beiden Vollblut-Musiker überzeugen kann.

 

Das Britisch-Schweizerische Duo Bob & Tom taufte seine mit 14 wohl ausgewogenen Songs bestückte CD Boogie Street.

Die vierzehn Tracks bestehen aus neun Eigenkompositionen des Duos, eine davon mit einem Auftritt des Gast-Gitarristen Pierre-Alain Kessi auf (PAK Up And Funk Off). Covers sind Titel von Ellington (Caravan) und Champion Jack Dupree (My Next Door Neighbour) sowie Caledonia (von Fleecie Moore), das Piano-Showstück The Best Things in Life are Free (von Henderson & De Silva) und Django (von John Lewis).

Die Stücke sind eine sehr ansprechende Mischung aus Boogies und Blues, jazzigen Balladen und Swing-Nummern. Das Ganze vermittelt manchmal ein Pianobar-Feeling, klingt aber manchmal auch wie ein verrauchtes Barrelhouse im Delta.

Die beiden Musiker attestieren sich selbst auf ihrer Homepage die folgenden Attribute: «swingend, spannend, voll von atemberaubender technischer Brillanz und intelligenter Musikalität, Witz, guter Laune und erdigem Blues-Feeling». All diese Punkte kann man aus der Sicht des Rezensenten nur bestätigen, speziell aber möchte ich auf das wunderbare Zusammenspiel der beiden Akteure eingehen. Schlagzeug und Klavier tanzen miteinander, umfassen sich und werfen sich spielerisch den Ball zu. Dabei ist Bobs Klavierspiel eine Mischung aus Champion Jack Dupree, Blind John Davis und einer grossen Prise Floyd Dixon. Sein Spiel ist der fetzige Boogie. Das Schlagzeug ist der verlässliche Partner, die Grundlage einfach ein makelloses Schlagzeug, abwechslungsreich, hoch konzentriert, voller Ideen, was soll man weiter sagen?

Der Titelsong Boogie Street erinnert an King Louis in Walt Disneys Dschungelbuch, das Drum-Intro zu Caravan, dem exotischen Klassiker von Duke Ellington, ist richtig stimmungsvoll. Dabei bleibt für einmal das Klavier stumm und stattdessen setzt sich Bob hinters Keyboard. Daraus entspinnt sich ein Zwiegespräch, das ruhig länger dauern könnte als die 4:58 (womit es der längste Song ist). Jedes Stück hat seinen eigenen Reiz, seien es die Instrumentalstücke oder jene, in denen Bob mit kräftiger und rauchiger Stimme sein Innerstes nach aussen kehrt. Der Gesang ist nicht im klassischen Sinne gut, aber er berührt, ist persönlich, glaubhaft und authentisch. Man lässt sich insbesondere bei den langsamen Songs gerne von dieser Stimme entführen.

Die CD ist ein kleines Schmuckstück der Musik, wenn auch für Leute, die nur Blues hören wollen und auf reinen Boogie-Woogie aus sind, nur bedingt zu empfehlen, dafür weisen zu viele Stücke deutlichen Lounge-Charakter auf, wobei das schnulzige Intro geradezu eines der Markenzeichen des Duos ist. Doch irgendwann geht es dann richtig ab (Nobodys Fool um nur ein Beispiel zu nennen) und diese Spannung wird sicher auch live fühlbar.

Deshalb sei hier erneut auf die CD-Taufe diesen Freitag, den 18. September 2009, 20:30 hingewiesen. Die CD-Taufe findet statt in Cortébert statt (Das liegt zwischen Biel und Tramelan, im Jura)

Tracklist

1. Boogie Street
2. Cool As A Fool
3. Red Square
4. My Next Door Neighbour
5. Django
6. You Gotta Be Hard
7. Caravan
8. The Best Things In Life Are Free
9. Nobodys Fool
10. PAK Up And Funk Off
11. Caledonia
12. I'll Be A Clown For You1
13. Belvedere Blues
14. Hitman Boogie 

Bob Barton (Piano, Keyboard, Gesang)
Thomas Fahrer (Schlagzeug)
Pierre-Alain Kessi (Gitarre) auf Track 10