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Angehört: Blooze - The Boxer

Böse Jungs

BloozeTheBoxerCDCoverDie Schweizer Formation Blooze wurde 2011 gegründet und seit 2012 tritt das Quintett in der aktuellen Formation auf. In Pressemitteilungen weisen sie sämtliche Genre-Schubladen entrüstet von sich und betonen ihre stilistische Unabhängigkeit so sehr, dass man gespannt ist, was Sänger und Harmonica-Spieler Kurt «Blue Lou» Zeltner, Slide- und Rhythmus-Gitarrist René Kälin, Bassist und Backgroundsänger Christian «Schnüzel» Föllmi, Lead-Gitarrist Simon Klopfenstein und Schlagzeuger Max «The Animal» Müller auf ihrem Studioerstling spielen. Die 10 Titel sind Bluesrock der härteren Sorte, und harmonisch mehr Rock als Blues, getreu ihrem Credo «Wir definieren Blues vielmehr als Gefühl denn als berechenbares Schema oder Akkordfolgen». Das ist natürlich ein Klischee, als ob Rocker sich nicht um Akkordfolgen kümmerten. Als Anschauungsmaterial mag vielleicht die Blooze-Fassung von Stormy Monday dienen: ein Titel, der mit dem Original im Wesentlichen nur den Gesangstext gemein hat. Und das so evozierte Gefühl hat mit jenem des Originals von «T-Bone» Walker auch nichts mehr gemein.

Der von Blooze praktizierte Musikstil ist also kein Blues im engeren Sinne, baut aber doch auf dessen Instrumentierung auf mit Harp und Gitarren und da der Rock bekanntlich das Kind des Blues ist, sind die verwandtschaftlichen Verbindungen stets deutlich auszumachen. Zeltners Gesang ist erdig und direkt, mit einem hörbaren Akzent im Englischen und mit der Zeit in seiner Intensität etwas eintönig. Die Musik erreicht das selbst gesteckte Ziel, erdig, direkt und ehrlich zu sein, und wenn fünf Jungs mit ihrer Lebenserfahrung mal Druck ablassen, dann kann das manchen begeistern, manchen verschrecken, aber der Sound von Blooze lässt Hörerinnen und Hörer bestimmt nicht kalt.

1. R.I.P. 3:56
2. Backyard 5:30
3. Here I Come 4:02
4. Devils Ride 4:16
5. Waiting 3:41
6. The Boxer 3:19
7. World in Peace 5:54
8. Freedom 3:40
9. Swingman 3:28
10. Stormy Monday 6:19