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Eric Bibb Me To You

Den Erstling neu verpackt

Eric Bibb hat sein Album Me to You mit dem er im Jahr1997 einen spektakulären Erfolg hatte, erneut rausgebracht und sein Label hat das Album, welches eine lange und umständliche Entstehungsgeschichte hatte, unverändert wieder auf den Markt geworfen. Der Grund ist, dass es während der letzten 12 Jahre vergriffen war und nun in einer Neuauflage wieder erscheint. Das bietet auch Gelegenheit, sich anzuhören, ob und wie sich die Hörgewohnheiten verändert haben, seit Eric Bibb sein bis dato erfolgreichstes Album veröffentlicht hat. Zahlreiche weitere Alben kamen in schöner Regelmässigkeit hinzu, aber Me to You wurde zum Signature-Album des amerikanischen Musikers, der mittlerweile in Finnland lebt. Das neu aufgelegte Album macht auch klar, wieso: eine mit vielen Stilvariationen. Nichts für Blues-Puristen, aber ein spannendes Album allemal.

In den 1990er Jahren gab es einige junge Bluesmusiker, welche die Grenzen des Blues zu erweitern suchten und die sich in die Reihe der Tradition stellen wollten. Keb‘ Mo‘ oder Alvin «Youngblood» Hart haben die US-Bluesszene aufgemischt. Und dann gab es da Eric Bibb, wie Keb‘ Mo‘ im Jahr 1951 geboren, war Bibb so etwas wie ein Kind des Musik-Adels. Sein Vater Leon Bibb war ein aktives Mitglied der Folk-Szene der 1960er Jahre, auf Harry Belafontes Long Road To Freedom ist der Vater zu hören. Der kleineEric wuchs also mitten in politischen Diskussionen auf, fühlte die Bürgerrechtsbewegung wachsen und war umgeben von wichtigen Musikern wie Pete Seeger, Josh White oder Odetta. Gospel- und Opernsänger Paul Robeson war sein Patenonkel, Jazz-Pianist John Lewis sein Onkel.

Irgendwann schmiss Eric Bibb sein Studium an der Columbia University und widmete sich dem Musikmachen. Dafür lernte er von Mickey Baker viel über die Blues-Gitarre und wurde zu einem sanften und einfühlsamen Musiker, mehr Folk als purer Blues, aber vielseitig und ansprechend. In diesem Stil nahm er im Jahr 1997 die 14 Tracks auf, die hier nun neu veröffentlicht wurden (das Originalcover steht hier rechts). Bibb arbeitete mit 44 Musikern und in 11 Studios rund um die Welt, um diese 14 Songs aufzunehmen. Gleichwohl klingt die CD nicht allzu überarbeitet und technisch angestrengt, sondern die behält ihre eine Leichtigkeit.

Die Tracks sind keine Blues-Zwölftakter. Vielmehr geht es hier um sanfte und feine Tunes, vergleichbar dem jungen Keb‘ Mo‘, wobei Bibbs Stimme jegliche erdige Rotzigkeit vermissen lässt und eher engelhaft und weich daherkommt. Das fällt auch bei wiederholtem Anhören der CD an: die Tracks sind schön, aber eine gewisse Eintönigkeit stellt sich auch ein. Immer wieder wirkt es mehr wie eine CD der «Kuschelrock»-Reihe, wenn etwa Something Much Greater anläuft, das ebenso eine Ballade ist wie die zuvor angehörten Titel Talk to Me oder You’re The One. Hier soll freilich nichts gegen gute Schlafzimmer-Musik gesagt werden, aber wer ein Bluesalbum erwartet, wird enttäuscht werden.
Die Songs sind Eigenkompositionen von Bibb und er stellt seine Qualitäten als Songwriter eindrücklich unter Beweis. Taj Mahal und Pops Staples helfen aus auf Sing Your SongundSomething Much Greater. Mit diesem Album wurde aus Eric Bibb ein eigenständiger und Musiker und Sopngwriter und deshalb hat das Album eine Intensität, die sich auch 17 Jahre nach der Erstveröffentlichung eindrücklich zeigt.
 

Eric Bibb Me To You (2014)

1. Keep My Cool 3:09
 
2. Sing Your Song 5:07
3. Catch Up To Your Heart 3:16
4. Between A Woman And A Man 2:51
5. Talk To Me 3:15
6. You're The One 4:36
7. Something Much Greater 4:29
8. Strong Love 4:59
9. Looking Through The Window 4:43
10. Gonna Walk This Road 2:32
11. A Better Man 3:57
12. I Need A Vacation 4:11
13. I'll Be Your Car 4:32
14. Me To You 3:52