Andy Carrieri - All Things Bright
Italien besitzt eine überaus spannende und abwechslungsreiche Blues-Szene. Seit vielen Jahren Teil davon ist Andy Carrieri. Nicht nur arbeitete Carrieri mit so verschiedenen Künstlern wie Steve Berlin, Lee Allen, David Hidalgo, Candye Kane, Dave Alvin, Lynwood Slim, J. Monque D, Andy J. Forest oder Egidio «Juke» Ingala zusammen – er setzte seine musikalischen Visionen auch im Rahmen von diversen Filmsoundtracks um.
Nun ist der Gitarrist und Sänger mit «All Things Bright» wieder zu seinen Wurzeln zurückgekehrt und besinnt sich ungeschminktem Acoustic Blues. Als Eckpfeiler des stimmungsvollen Albums stehen die fein interpretierten Klassiker «Blue Bird Blues» von Lightnin’ Hopkins, «Guitar Shuffle» von Big Bill Broonzy» und «Baby Please Don’t Go» von Big Joe Williams. Diese ergänzt Carrieri mit sieben Eigenkompositionen, in welchen er die Inspiration des Prewar Blues aufnimmt und auf persönliche Art weiter entwickelt. Carrieri zeigt sich dabei als brillanter Könner an den sechs Saiten, sei es in Bottleneck-Manier, sei es Fingerpicking-mässig. Ideal ergänzt sein deklamatorischer Gesangstil die Gitarrenlinien. Subtil lässt er sich bei vier Nummern vom Schlagzeuger Alessio Gavioli begleiten.
Herausragend der atmosphärische Titelsong «All Things Bright», der gleich noch in einer Instrumentalversion als Reprise nachgeschoben wird und ein wenig an die Spielweise von Ry Cooder erinnert. «Down In NOLA» verströmt einen gewissen Hokum-Touch, «Mind Chains» dagegen verkörpert kraftvolles Mississippi Hill Country Feeling und «If I Was» reiht sich nahtlos in die grosse «Rollin’ & Tumblin’»-Familie ein. Eindrücklich!
Andy Carrieri (voc, g), Alessio Gavioli (dr)
(Vinyl, DL, www.bloosrecords.com)