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Alben

Tinsley Ellis - Labor Of Love

Tinsley Ellis Labor of Love

Der Titel «Labor Of Love» für Tinsley Ellis’ neues Album könnte nicht besser gewählt sein. Herzblut quillt aus jedem Ton dieser Scheibe. Ellis, während Jahrzehnten zur  Speerspitze des zeitgenössischen Bluesrock zählend, fährt im Herbst seiner Karriere die Unplugged-Schiene. Wobei der Ausdruck «Herbst» im positiven Sinne als «Reife», «Ausgewogenheit», «Cleverness» und «Blüte» stehen soll. Schon beim Vorgängeralbum «Naked Truth» konzentrierte sich Ellis gänzlich auf akustische Instrumente, nun fügt er auf «Labor Of Love» zu seiner 1969er Martin D-35, seiner 12 String Martin D-12-20 und seiner 1937 National Steel O Series zusätzlich noch eine Mandoline hinzu. Zudem stammt das gesamte Material dieses Mal ausschliesslich aus eigener Feder.

Hören wir nun entspannte Back Porch- oder Lagerfeuer-Musik? Weit gefehlt! Tinsley Ellis baut mit seinen Instrumenten und seinem fokussierten Gesang eine Intensität auf, die seinesgleichen sucht. Sein Fingerpicking ist erste Sahne, sein Bottleneck-Spiel geht unter die Haut, sein Einsatz der speziellen Bentonia-Gitarrenstimmung – direkt inspiriert von einer Begegnung mit Jimmy «Duck» Holmes in dessen legendärem Blue  Front Cafe – aufregend.

Im Hintergrund schwingt der Geist einer ganzen Gilde von legendären Mississippi Blues-Meistern mit: Pate standen etwa Skip James, Tommy Johnson, Son House oder Fred McDowell. Im Vordergrund jedoch wirkt der Künstler Tinsley Ellis mit seinem ureigenen Ausdruck, seinen Emotionen und seiner immensen  Spielfreude. Vom knisternden Drive des Hill Country-mässigen Openers «Hoodoo Woman» über den Boogie «Long Time» und die an die Mississippi Sheiks erinnernden «Sad Sad Song» und «Too Broke» bis zu den Spiritual-inspirierten «Low Land Of Sorrow» und «Lay My Burden Down»: Durchwegs zeitlose, brillante, direkte und persönliche Musik!

Tinsley Ellis (voc, g, mand)

(CD, DL, Vinyl, www.alligator.com)