Solomon Cole - Ain’t Got Time To Die
Solomon Cole verkündet auf seinem Plattencover, dass er keine Zeit habe, um zu sterben. Verständlich, soll er doch erstmal in vollen Zügen den Erfolg seiner eindrücklichen Solo-Scheibe auskosten. Denn diese hat es in sich! Solomon Cole ist in Neuseeland zu Hause - seine Musik jedoch wurzelt tief im amerikanischen Süden. In den Baumwollfeldern von Mississippi, in den Bayous von Louisiana, in den Kirchen Alabamas.
Das Album startet mit dem Kraftvollen, von Blind Willie Johnson’s «Soul Of A Man» inspirierten Gospel/Worksong «Day Of Reckoning». Über das hypnotische «Get Up Get Down» mit seinen Hill Country-Einflüssen nimmt das Album weiter Fahrt auf und integriert eine stattliche Bandbreite an weiteren Rootsrock- und Americana-Versatzstücken. Doch halt! Vintage ist hier nur der Ansatz. Dass sich das Endergebnis zeitgemäss präsentiert, dafür zeichnen mit Eddie Rayner (Split Enz, Crowded House) und Nick Abbott (Rihanna, Robert Plant) zwei Soundtüftler verantwortlich, die punkto Produktion und Klang mit beiden Beinen im Hier und Jetzt stehen. Vielschichtig, aber nie überladen unterlegen Rayner und Abbott die prägnante Stimme von Solomon Cole mit verschiedensten Instrumental-Ebenen. Dies beginnt schon bei den Gitarrenparts, deren Verfremdungs-Elemente (Hall, Flanger, Verzerrer, Echo, etc.) enorm Spannung und Atmosphäre erzeugen und sich organisch mit den luftigen Keyboards vermischen, um die teils schwermütig, teils hoffnungsvoll aufs Leben blickenden Songs stets bodenständig zu halten.
Solomon Cole (voc, g) plus u.a. Aaron Carpenter (harm), Facu Fuentes (perc), Nikki Ngatai & Meredith Wilkie (voc)
(CD, DL, Hoop-La Records/Dixiefrog/Bertus)
