Bobby Charles - Last Train To Memphis
Was haben Ray Charles, Etta James, Fats Domino, Bill Haley, Lou Rawls, Clarence “Gatemouth” Brown, Junior Wells, UB40, Joe Cocker, Marcia Ball, Muddy Waters, Paul Butterfield, Dr John, Wilson Pickett, Jackie DeShannon, Tom Jones, Amos Garrett, Kris Kristofferson, Rita Coolidge, Bonnie Bramlett, Bo Diddley, Delbert McClinton, David Allen Coe and Jerry Jeff Walker gemeinsam? Richtig: Sie alle feierten grosse Erfolge mit Songs, die aus Bobby Charles’ Feder stammten.
Bobby, mit vollem Namen Robert Charles Guidry, geboren am 21.02.1938, wuchs in der Cajun-Kultur Louisianas auf. Der Legende nach konnte Bobby kein Instrument spielen, geschweige denn Noten lesen. Und trotzdem entwickelte er sich zu einem der faszinierendsten Songwriter der amerikanischen Musikszene, der stilistisch nie in eine bestimmte Schublade zu stecken war. Schon im zarten Alter von 14 Jahren schrieb er «Later Alligator». Leonard Chess von Chess Records nahm Bobby sofort unter Vertrag, nachdem ihm ein DJ den Song übers Telefon vorgespielt hatte – und fiel später komplett aus den Wolken, als ihm klar wurde, dass der Junge aus Louisiana ja gar kein schwarzer Sänger war.
Die Platte erreichte trotzdem Platz 14 der R&B-Charts. Die Coverversion von Bill Haley, umbenannt zu «See You Later Alligator», stieg auf Platz 6 der Hot 100.
Flash Forward: 2004 erschien Bobby Charles’ Solo-Album «Last Train To Memphis». Darauf versammelt: verschiedene Studio Sessions, die er zwischen 1971 und 2003 eingespielt hatte. Diese Songs widerspiegeln bestens das eklektische Schaffen des Mannes aus Louisiana. Die Bandbreite reicht von Cajun-Walzern über Swamp Pop-Nummern, Country-Balladen, Tex Mex-Schmachtfetzen, R&B- und Rootsrock-Tracks bis zu Akustischem Folkblues. Als Sänger gefällt Bobby Charles durch seinen unaufgesetzten, ehrlichen Approach. Seine Stimme strahlt Wärme und Ruhe aus. Wie sehr der 2007 in die Louisiana Music Hall Of Fame Aufgenommene in der Branche geschätzt wurde, erkennen wir an der Tatsache, wer sich für diese Aufnahmen alles zu ihm ins Studio gesellt hatte. Für Bobby spielten Grössen wie Willie Nelson, Neil Young, Sonny Landreth, Eddie Hinton, Fats Domino, Maria Muldaur, Rufus Thibodeaux, Reese Wynans, Sam Broussard, Dan Penn, Spooner Oldham, Wayne Jackson, Derek Trucks, Steve Bruton oder Joe Krown.
Dieses spannende, lange vergriffene musikalische Zeitdokument wird nun mehr als 15 Jahre nach Bobby Charles’ Tod in erweiterter Form wiederveröffentlicht. The Last Music Company mit Sitz in Grossbritannien hat sich dieser Sache angenommen und präsentiert eine Doppel-LP, welche das Originalalbum von «Last Train To Memphis» (plus einen Bonus-Track) enthält, sowie eine CD-Ausgabe des Originals, welcher eine zusätzliche Bonus-CD mit 19 weiteren Songs von Bobby Charles beigelegt ist.
(www.lastmusic.co.uk) Erscheinungsdatum ist der 21.11.2025.
