Samantha Fish Black Wind Howlin
Royal Southern Brotherhood mit Damenbegleitung
Nach der Veröffentlichung von Runaway 2011 liegt nun das zweite Album vor. Auch dieses wurde von Mike Zito produziert, bekannt als Gründer der Royal Southern Brotherhood. Tatsächlich ist bis auf Cyrill Neville auch die gesamte Brotherhood auf dem Album versammelt: Yonrico Scott am Schlagzeug und Charlie Wooton am Bass, und auch Mike Zito (Back-up-Gitarre und Vocals) legt selbst Hand an. An der Harmonika wurde Johnny Sansone verpflichtet, der begeisternd spielt. Bo Thomas spielt Geige auf Last September und Paul Thorn unterstützt den Gesang auf dem Duett Go To Hell. Samantha Fish selbst spielt verschiedene Gitarren, so ist auch eine National Dobro zu hören (auf Let’s Have Some Fun), aber meistens ist sie an ihrer modifizierten Tele zu hören, mit der sie auch auf dem Cover abgebildet ist. Hier ist mal ein Fisch auf eine Gitarre geklebt, ohne es als religiöses Symbol zu meinen.
Fish zeigt ein einfaches Solo, bei dem die Pyrotechnik zurückbleibt und so Hubert Sumlin zurückhaltende Art der Meisterschaft anklingt. Ein grossartiges Stück und ein Höhepunkt des Albums. Der fünfte Titel Over You ist die obligate Blues-Ballade, und hier wandelt sie auf den Spuren von Bonnie Raitts Too Soon to Tell, packt sie das Slide aus. Die aus Kansas City stammende Gitarristin lässt sich durchaus mit Bonnie Raitt vergleichen, zumindest im Gesang blitzen manchmal Ähnlichkeiten auf.Dies Titel haben insgesamt einen tiefen bluesigen Groove auf den harte Riffs und gelegentlich die Harmonika gelegt werden. Beispielsweise Sucker Born bringt als schreiendes Harmonica-Stück einen harten Chicago-Groove ins Spiel. Lay it Down ist zu rockig für ein Bluestitel, aber ein gut gespielter Bluesrock ist nie ein Grund zur Klage. Interessanterweise versteht man hier den Gesang besser als auf anderen Titeln. Let’s Have Some Fun ist ein Solostück auf der akustischen Slide-Gitarre, wo Fish zeigt, dass sie auch ohne Unterstützung Bluesstimmung zu erzeugen vermag. Eine schöne Abwechslung auf der CD und ein mutiger Schritt, denn der Titel ist sperrig. Der fröhliche Titel und die melancholische Musik scheinen ein Gegensatz zu sein, der den Song interessant macht. Ihr Gesang ist leider nicht immer deutlich zu verstehen, weshalb die eigentlich interessanten Texte Gefahr laufen, verloren zu gehen.
Abgesehen von diesem Ausrutscher ist Black Wind Howlin' ein ausgesprochen gelungenes Werk aus einem Guss, das Reife und eine tiefe Durchtränkung mit dem Blues-Groove dokumentiert. Zu keinem Zeitpunkt klingt es, als sei Fish die schön anzusehende Frontfrau der Brotherhood, sondern dies sind ihre Songs, das ist ihre Musik. Und so ist Samantha Fish eben doch eine Lady, eben eine Blues Lady.
Samantha Fish Black Wind Howlin' (2013)
