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Stories

Bluesfestival Baden 23. – 30.05.2026

Baden Blues 2026

Das Blues Festival Baden darf sich bei Petrus bedanken. Durchgehend feinstes Sommerwetter trug neben dem Musikalischen massgeblich dazu bei, dass 2026 als Spitzenjahrgang in die Annalen dieses Events eingehen wird.

Mit einem Paukenschlag starteten die Konzerte auf dem Theaterplatz. Angesagt: Zwei eng befreundete Bands – die Cinelli Brothers und Freddie & The Cannonballs. Der Effekt: eine Blues-Party, die seinesgleichen suchen musste. Lanciert wurde der Abend von den Cannonballs, die neben R’n’B-Ohrwürmern diverse Songs ihres neuen Albums «Cannonballing!» vorstellten. Spätestens, als das Tessiner Sextett dann Marco Cinelli an der Gitarre und Tom JJ an der Harp für ein rauschendes «Too Tired» von Johnny Guitar Watson auf die Bühne baten, ging die Post ab. Der Teppich war ausgerollt für eine der herausragendsten Live-Bands diesseits des Atlantiks. Die Cinelli Brothers – Marco Cinelli (voc, g, org), Alessandro Cinelli (voc, dr, perc, b), Tom JJ (voc, harm, g) und Jorma (voc, b, g) – verstanden es, Baden zu einem umjubelten Heimspiel zu machen. Da blitzten alle Qualitäten auf, die es live braucht. Lockerheit, Spielfreude, Bühnenpräsenz, Dynamik, Originalität und eine Portion Frechheit – gepaart mit Professionalität, hohem musikalischen Können und einem totalen Feeling für Blues’n’Roots. Und was die Cinelli Brothers von vielen Bluesbands abhebt, ist einerseits ihr brillanter, clever arrangierter Gesang, andererseits ihre Vielseitigkeit. Jeder der vier Musiker beherrscht mehrere Instrumente, was ständig zu spannenden Momenten führt. Gemeinsam krönten die Cinellis und die Cannonballs die Show mit dem Song «Dancing Shoes», welchen sie kürzlich zusammen eingespielt und veröffentlicht haben. Diesem liessen sie gleich noch ein rasantes «Hey Joe» folgen.

Die Swiss Blues Challenge fand in diesem Jahr ebenfalls beim Badener Festival Unterschlupf. Dime Blend, Amaury Faivre, Golden Vultures und Ronny Rast bewiesen ihr beachtliches Live-Potential vor Publikum und Jury. Ersteres genoss sichtlich das hohe Niveau des Gebotenen, Letztere bewertete den Auftritt des jungen Gitarren-Talents Ronny Rast am höchsten. Rast wird daher nächstes Jahr unser Land international an den Blues Challenges vertreten. Abgerundet wurde der Wettbewerb von der letztjährigen Siegerformation: Die Eve Gallagher Band bewies mit ihrem inspirierten Auftritt spektakulär, wieso sie sich kürzlich im polnischen Krakow für den Final der European Blues Challenge qualifiziert hatte.

In hervorragender Verfassung präsentierten sich Justina Lee Brown und ihre einfühlsame Band. Die afrikanische Melodik und Rhythmik ihres letzten Albums «Echoes Of Home» bestimmten den Set und zeigten auf faszinierende Weise die Wurzeln der nigerianisch-stämmigen Sängerin. Dazu setzt sich Justina in ihren Lyrics mit deutlichen Worten für eine bessere Welt ein. Ihr Auftritt gipfelte in einer gehörig in die Beine fahrenden Version ihres Showstoppers «One Love Africa».

Ihren verstorbenen Vätern Greg, B.B. und Luther alle Ehre erwiesen Devon Allman, Claudette King und Bernard Allison. Als Devon Allman’s Blues Summit angepriesen, entführte die Truppe ihr begeistertes Publikum tief in die amerikanischen Südstaaten. Der kraftvolle Blues, Soul und Southern Rock, dargeboten von Künstlern, die ihr Handwerk quasi mit der Muttermilch eingeflösst bekommen haben, überzeugte auf der ganzen Linie. Neben fein aufgesetzten Klassikern wie «The Thrill Is Gone» (von Claudette) sowie «Going Down» und «Dust My Broom» (von Bernard), prägten bekannte Perlen aus dem Allman Brothers Songbook die abwechslungsreiche Setlist. «One Way Out», «Melissa», «Dreams» oder «Midnight Rider» durften in neuem Gewand wiederaufleben. Fesselnd dabei die Tatsache, dass Devon Allman nicht nur seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten gleicht – auch die charakteristische Klangfarbe seiner Stimme entspricht exakt jener des jungen Greg.

Nicht vergessen zu erwähnen wollen wir den charmanten Auftritt (inklusive Plattentaufe) der Badener Blues Kidz. Dieses Förderprogramm interessierter junger Talente überzeugte auch dieses Jahr dank der Frische und der Spielfreude der Youngsters.

www.bluesfestival-baden.ch