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Basler Veranstaltungskalender
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Konzerte

Rick Estrin begeistert die Basler
Ein ungewohntes Bild bot sich am Eingang des Volkshaus Saales. Am Abend zuvor hatte Mozarts komische Oper Don Giovanni Premiere gefeiert und der Saal des Volkshauses war für diese Produktion entsprechend umgebaut, denn die Oper wird noch bis zum 6. September 2013 aufgeführt. Stahltürme mit Plattformen an den Seiten des Saals und ein Laufsteg der durch die Sitzreihen mäanderte, dazwischen eingekeilt erwartete das Publikum Rick Estrin & The Nightcats, die im Rahmen der Blues Now! Konzertreihe nach 2011 zum zweiten Mal in Basel auftraten. Erstklassiger Blues, gekonnt zusammengebraut aus Chicago Blues, Jump Blues, Swing, Surf, Western Swing, Rockabilly und Soul und gespielt von einer solide aufeinander eingespielten Gruppe aus hervorragenden Einzelmusikern. Seit etwas mehr als drei Jahren ist die Band in dieser Zusammensetzung unterwegs, nachdem sich der Mitgründer Charlie Baty 2008 nach fast dreissig Jahren aus der ehemaligen Little Charlie & The Nightcats zurück gezogen und die Gruppe sich teilweise neu formiert und umbenannt hatte. Allerdings war Rick Estrin von Anfang an dabei und auch stets Frontmann und dabei so herausragend, dass Besucher, welche die Band nicht kannten, ihn für Charlie Baty hielten. Inzwischen hat sich die Band qualitativ noch gesteigert.
Bluespower aus Nashville
Seit Mitte März sind sie auf Tour durch ganz Europa. Es war auch die Vorstellungstour ihres ersten Longplayers: Death Letter Jubilee. Ende April gab es einen Gig im Gare De Lion in Wil und nun, zum Ende der Tour einen gut besuchten Auftritt im Plaza in Zürich. Obwohl ein paar Häuser weiter Robbie Williams mit entsprechendem Getöse angekündigt war, gaben Viele der noch nicht allzu bekannten Gruppe aus Nashville den Vorzug. The Delta Saints, das sind Ben Ringel (voc/dobro), Dylan Fitch (g), David Supica (b), Ben Azzi (dr) und Nate Kremer (kb).
 
Es ist nicht einfach, den Stil der Gruppe zu beschreiben. Nashville führt sowieso in die Irre, Country ist allenfalls eine Zutat, wie auch Swap Blues, Funk, Rock. . . Irgendein Werbefuzzi hat ihnen scheinbar den Ausdruck «Bourbon-Fueled Bayou-Rock» empfohlen, was auch nicht weiter hilft. Am besten stellt man sich einen Werkzeugkasten vor, der so ziemlich alles enthält, was sich seit Anbeginn je aus dem Blues entwickelt hat. Daraus bedient sich die Band und stellt aus den Stil-Bausteinen ihre Songs zusammen. Damit gelingen attraktive Songs, die auf eigentümliche Weise unverkennbar neu und vertraut zugleich wirken. Dazu fünf offensichtlich leidenschaftliche, noch sehr junge Musiker, die erstaunlich reif klingen. Ben Ringel, der Leadsänger und Dobro Spieler ist mit einer Stimme gesegnet, die nach einem klingt, der seit fünfzig Jahren in allen Kneipen südlich von Memphis zuhause ist. Mit seinen breiten Hosenträgern erinnert er etwas an eine Landpomeranze, im Gegensatz zum Bassisten David Supica, dessen Dreadlocks wild flattern, wenn er mit ganzem Körper spielt und wie ein Derwisch auf der Bühne herumtanzt. Ben Azzi spielt lässig sein Schlagzeug und beherrscht auch die komplexen New Orleans Rhythmen, Dylan Fitch variiert Verzerrungen in allen Schattierungen und sieht aus wie der nette Junge von nebenan. Nate Kremer tobt sich an den Tasten aus und ist mehr als Ersatz für den erkrankten Harpspieler Stephen Hanner, den er ersetzt.
Der Original Blues Brother spielt in Basel

Sieht man sich die Rückseite des ersten Blues Brothers Albums von Jon Beslushi und Dan Aykroyd genauer an, findet man den Satz: Curtis Salgado gewidmet. Es war tatsächlich der damals kaum bekannte Sänger der Robert Cray Band, der 1977 nach einem Treffen in Curtis‘ Heimatstadt Eugene (OR) dem Hardrock Fan John Belushi nicht nur die elementaren Kenntnisse über den Blues beibrachte, sondern auch Vorbild für die Figuren der beiden Brüder Jake und Elwood Blues war – inklusive Soul Patch und Sonnebrille. Nur die Anzüge und Hüte waren entlehnt, vermutlich von John Lee Hooker. Ausserdem verwendete Belushi Salgados Songmaterial.  Cab Calloway, der Ziehvater der Brüder, erhielt im Film den Namen Curtis, eine weitere Referenz an den Musiker. Der Sänger und Harmonikaspieler war seit langer Zeit nicht mehr in der Schweiz zu hören gewesen, zumal er zwischen 2006 und 2009 lebensgefährlich erkrankt ware.  Am Freitag, dem 21. Juni 2013 trat er im Rahmen der BluesNow! Konzertreihe im Basler Volkshaus auf.

Nomen est Omen

Seit seinem Start im März 2010 hat sich Blues Now! in 22 Konzerten einen ausgezeichneten  Namen erarbeitet und ist  zu einem Garant für qualitativ hochstehende Acts geworden. Mittlerweile sieht man deshalb an den Konzerten im Volkshaus in Basel Bluesfreunde aus allen Gegenden der Schweiz, die sich darauf verlassen können, dass sie ein bemerkenswerter Abend erwartet, der auch eine weite Anreise rechtfertigt. Auch das zweite Konzert dieses Jahres vom 19. April 2013 mit Karen Lovely reiht sich in die erfreuliche Serie ein.

Lovely war bisher in der Schweiz noch nicht aufgetreten.  Die Sängerin aus Portland, OR tauchte 1987 das erste Mal während ihres Aufenthaltes in London auf, unterbrach aber ihre Karriere zeitweise bis sie 2007 wieder in der Bluesszene in den USA aktiv wurde und mächtig Staub aufwirbelte. Ihre Alben Lucky Girl (2008) und  Still The Rain (2010) erreichten vordere Positionen in diversen Charts. 2009 und 2010 gewann sie den «Muddy Award» in zwei Kategorien: Best Female Vocalist und Performance Of The Year. 2010 belegte sie mit ihrer Band den zweiten Platz in der «International Blues Challenge» und wurde 2011 in 3 Kategorien für den «Blues Music Award» nominiert: Best Contemporary Blues Album, Best Contemporary Blues Female Artist und Best Song «Still The Rain». Man konnte also gespannt sein.

Wer ist der beste im ganzen Land?

Manche hielten Curtis Salgado für den besten weisse Blues- R&B- und Soulsänger, für andere sei es John Németh. Mit diesen Worten stellte Patrick Kaiser den 37 jährigen Sänger, Harmonikaspieler und Songschreiber aus Idaho vor. Es war nach 2011 dessen zweites Konzert im Rahmen der Blues Now! Konzertreihe und zeigte uns einen John Németh mit teilweise erneuerter Band. Immer noch spielte der talentierte A.C. Myles Gitarre, mit Gabe «Smokey» Davis stand ein erfahrener Musiker am Bass, der neben der groovenden Basslinie auch jederzeit ein hörenswertes Solo ablieferte.  Für den Beat sorgte Danny Banks, der erst kurz vor dem Konzert seinen zwanzigsten Geburtstag feiern konnte und seinen ersten grossen Auftritt mit der Band hatte und ein für sein Alter erstaunlich zurückhaltendes, reifes Spiel zeigte.

Mitreissender Auftritt
Konzertbericht und Interview

Nick Moss ist seit mehr als zwanzig Jahren erfolgreich auf der Tour. So richtig begonnen hatte es 1993, als er Bassist der Legendary Blues Band wurde. Die 1980 gegründete Nachfolgeband der Muddy Waters Band bestand zunächst aus Pinetop Perkins, Jerry Portnoy, Willie «Big Eyes» Smith, Dave Myers und Calvin «Fuzz» Jones, in den letzten Jahren kamen Billy Flynn, Little Smokey SmothersMadison Slim und eben Nick Moss dazu. Willie «Big Eyes» Smith schlug ihm vor, die Leadgitarre zu spielen. 2000 gründete er die Band Nick Moss & the Fliptops. Der Name entstand nach Aussage von Nick Moss selbst eher zufällig, weil man die Lücke in Nick Moss and. . . füllen wollte und der Blick auf ein Päckchen Marlboro fiel, welche «Flip Top» Box genannt wurde. Inzwischen ist die Band neu besetzt und musikalisch anders ausgerichtet. Nick Moss möchte das auch nach aussen demonstrieren und verwendet den Namen Nick Moss & Band. Bis dies sich durchgesetzt hat, dürfte noch ein Weilchen dauern. Am 23. November 2012 holte ihn BluesNow auf die Bühne des Volkshauses in Basel. Wir haben das Konzert verfolgt und mit Nick Moss gesprochen.

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