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Konzerte

Live im Musical Theater Basel

5. März 2014.

Vieles ist bei Joe Bonamassa anders. Allein die Tatsache, dass jemand mit Blues und Bluesrock international auch grosse Häuser füllt, verwundert. Seine Konzerte holt er schon äusserlich aus dem Amüsierviertel ins Konzertmilieu. Die Säle sind bestuhlt und auch wenn sich viele Kritiker darüber jeweils mokieren: ja, es geht sehr gut. Die musikalische Qualität und der Genuss daran hängen keineswegs davon ab, dass man steht und eine Bierflasche in der Hand hält. Ich weiss, Rebellion, Jugend und so weiter. Das Durchschnittsalter des Publikums spricht allerdings eine andere Sprache, auch wenn die Jugend durchaus gut vertreten war. Ich frage mich auch zuweilen, ob die Leute zuhause auch stehen, wenn sie ihre Musik hören? Es sei zudem wieder mal daran erinnert, dass es zu Anfang selbstverständlich war, bei Blues- und Rockkonzerte auf Stühlen zu sitzen, bevor irgendwelche Leute es als Ausdruck der Lebensfreude betrachteten, diese zu zertrümmern. Anders auch: die Konzerte beginnen pünktlich. Kein exzentrischer Meister, der noch auf die Inspiration oder die richtige Stimmung warten muss und grundsätzlich erst eine halbe Stunde später beginnt, als erwartet. Eine Bandvorstellung die auch diesen Namen verdient, keine halbherziges Genuschel, sondern klare und informative Ansagen. Anders ausgedrückt, Bonamassa inszeniert seine Konzerte als das, was Blues und seine Verwandten längst sind: musikalische Kulturveranstaltungen. Dass die offiziellen Kulturbeauftragten dies noch immer nicht begriffen haben, spricht nicht für deren Kompetenz. Es war sein einziges Konzert in der Schweiz. Das Theater war ausverkauft, rund 1600 Leute warteten gespannt.

 

Nico Brinas Jubiläums-Gala

Man sieht es ihm kaum an, aber er steht seit dreissig Jahren auf der Bühne. Als Teenager war Nico Brina 1984 Mitgründer der Rock'n'Roll-Band „Jive Boys", mit welcher er auch zum ersten Mal auf der Bühne stand. 1989 löste sich die Band auf und Nico Brina wagte den grossen Schritt ins Profilager.Der Rock'n'Roll, Boogie und Bluespianist feierte sein Jubiläum am 1. Februar 2014 mit einer Galashow und begeisterte den komplett ausverkauften Saal restlos. Rund drei Stunden lang dauerte die rasante musikalische Tour durch die drei Jahrzehnte seiner bisherigen Karriere. Begleitet wurde er von den beiden Schlagzeugern Tobias Schramm und Charlie Weibel, sowie dem Gitarristen Pete Borel. Im Laufe des Abends traten ausserdem verschiedene Weggefährten auf: «Elvis» Erwin Grädel war bis 2010 als Frontsänger der Rock'n'Roll Band Daddy & The Willyshakers einer der bekanntesten Elvis Imitatoren hierzulande, bevor er die Band aus gesundheitlichen Gründen verlassen musste. Lukas Weiss ist der steppende Partner im über dreizehn Jahre alten Projekt Tap and Boogie, in dem Steptanz und Boogie zu einer Einheit verschmelzen. Die beiden Tänzer und Tanzlehrer Sonja & Franky (Pink Cadillac) sind Schweizer-, Europa- und Weltmeister im Boogie Woogie und Rock'n'Roll.

 

Würdige Taufe
John Lyons hat am 19. Dezember 2013 mit einer eigens zusammengestellten Band ein Konzert gegeben anlässlich der CD-Taufe seiner Veröffentlichung Sing Me Another Song, die auf Bluesnews.ch bereits gewürdigt wurde. Die CD-Taufe war zugleich die erste Möglichkeit, das neue Song-Material am Publikum zu testen. Die Produktion der Titel für die CD war eine Arbeit über Wochen, und jetzt kam alles im Nordportal in Baden zusammen und sollte auf der Bühne zu Musik werden, zu Stimmung, zu Unterhaltung. John Lyons präsentierte die gesamte CD und noch einige zusätzliche Titel und der Auftritt brachte das vorweihnachtliche Publikum in ausgezeichnete Stimmung. Organisiert und präsentiert wurde der Anlass vom «Bluusclub Baden», der auch eine halbe Woche vor Weihnachten den Saal im Nordportal voll brachte.

 

Regelmässiger Jam in Aarau

 

Wer möchte nicht gerne von sich sagen können, er sei an jenem Abend dabei gewesen, als der neue Star XY am Blueshimmel zum ersten Mal auf der Bühne stand? Jam Sessions sind solche Gelegenheiten. Hier wagen sich die zukünftigen Musiker zum ersten Mal vor's Publikum und präsentieren sich auf der Bühne, lange bevor jeder ihre Namen kennt. Seit Anfangs Oktober 2013 gibt es eine neue Jam Reihe, das Blues im Go West in Aarau. Das Lokal Go West hat sich einen guten Namen unter Freunden der amerikanischen Küche gemacht. Verantwortlich für den musikalischen Teil ist Jeff Siegrist, ein vielseitiger Mann. Er ist als Harmonikalehrer, Musiker, Coach, Poet und Kunstmaler aktiv. Unter anderem organisiert er eben auch diesen Blues Jam, der an jedem ersten Montag des Monats statt findet, ausser im Juli und August.

 

Starker Auftritt

PascalGeiserKonzert 11_2013

Pascal Geiser erzählt gerne Geschichten und steht damit in einer langen Tradition des Blues. «Ich persönlich empfinde die Musik fast als sekundär, als Transportmittel für Gedankengut, im Zentrum jedoch soll die Geschichte stehen». So steht es auf der Frontseite seines Webauftritts. Am 29. November 2013 konnte man sich seine Geschichten in der Variobar in Solothurn anhören. Bassist Claudio Berla verspätete sich wegen eines Staus. Das Konzert konnte deshalb erst mit einer halben Stunde Verspätung beginnen und die Band brauchte einige Zeit, bis sie sich beruhigt hatte, fand aber etwa nach dem dritten Songs ihre Form wieder. Der Rezensent musste allerdings wegen der Verschiebung das Konzert früher verlassen. Der Bericht bezieht sich auf das erste Set des Abends.
Erstes Konzert in der Schweiz

 

Die vier Vollblutmusiker hatten am 22. November 2013 im Volkshaus in Basel ihren ersten Auftritt in der Schweiz. Sie waren im November auf einer Europatour mit einer Hand voll Gigs in London, sowie je einen in Deutschland, Belgien und Holland. Rund zehn Jahre alt ist die Band aus Champaign (IL) und dennoch erst wenig bekannt, Betonung auf «erst», denn das dürfte sich ändern. Die Bandmitglieder besitzen alle soviel Enthusiasmus, Einfallsreichtum, hohe Musikalität und solides Handwerk, dass es eine Freude ist. Das beste aber ist ihr Zusammenspiel. Man hört im zeitgenössischen Blues oft die ausgedehnten Soli, wie sie im Rock üblich sind. Die Arrangements sind darauf ausgelegt, auf diese Soli hin zu arbeiten, die dann Höhepunkte sind. Die übrigen Mitglieder bleiben im Hintergrund, halten das Ganze zusammen und bilden die Plattform, auf der die Soli sich entfalten.

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