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Konzerte

Begeisterndes Konzert in Basel

Mike Zito und Samantha FishEs war nach 2011 und 2012 bereits der dritte Auftritt Mike Zitos in der Konzertserie Blues Now! in Basel und seit dem ersten hat sich einiges getan. Mit der Supergroup Royal Southern Brotherhood, dessen Mitgründer er war, feierte er grosse Erfolge und konnte seine Bekanntheit international steigern, beendete das Projekt dennoch im Herbst 2014, um sich auf seine eigene Karriere zu konzentrieren. 2012 rief er The Wheel ins Leben. Mit dieser Formation trat er am 21. November 2014 im gut besuchten Volkshaus in Basel auf.

Im Zeichen des Blues

Keep The Blues Alive, so begrüssen oder verabschieden sich Bluesfreunde gerne. Dies trotz zunehmenden Konzerten und Festivals und trotz einer Menge neuer Alben, die jeden Monat erscheinen. Der Blues ist sehr lebendig. Aber es gab schon andere Zeiten und das steckt uns wohl noch in den Knochen. Auch aktuell klagen die Veranstalter ab und an über einen Mangel an jungem Publikum. Es kann also auf keinen Fall schaden, für den Blues zu werben, besonders beim Nachwuchs. Evelyne Péquignot hat ihrer beliebte Vocal Night dieses Jahr das Motto «Blues» voran gestellt und damit genau dies getan: für den Blues werben.

Tornado aus Memphis

Nicht viele Musiker können ein Album vorweisen, auf dem drei Generationen gemeinsam spielen. Family Roots heisst ein Album des zweifachen Blues Music Award Gewinners Victor Wainwright, auf dem er zusammen mit seinem Vater Vic Senior und seinem Grossvater Jesse spielt. Das lässt ahnen, hier geht es um einen Vollblutmusiker, der von frühster Jugend an von Musik umgeben gewesen sein muss. Am 12. September 2014 trat er aber mit seiner Band The Wild Roots im Rahmen der Blues Now! Konzertreihe im Basler Volkshaus auf. Es war sein erster Auftritt in der Schweiz. Die Band setzt sich zusammen aus dem aufstrebenden Gitarristen Nick Black, der auch unter seinem eigenen Namen mit The Soul Diaries 2012 ein erfolgreiches Album veröffentlicht hat; dem Bassisten Will Hanlon und Billy Dean am Schlagzeug. Als Gast hatten sie den zweifach nominierten Harmonikaspieler und Sänger Brandon Santini dabei, mit dem sie öfter auftreten.

Die Verlässlichkeit in Person

Pünktlich um acht begann das Konzert im Zürcher «Kaufleuten», Robert Cray betrat mit seiner aktuellen Band die Bühne, und das Quartett begann ein 90-minütiges Konzert, welches rastlos durch die Titel ging, jeder einzelne Song mit grosser Perfektion und unendlich viel Erfahrung gespielt, dennoch mit der richtigen Prise Leidenschaft, um die Musik nicht zur seelenlosen Aufführung verkommen zu lassen. Robert Cray selbst scheint einen Jungbrunnen im Blues gefunden zu haben, denn auch fünf Meter vom Bühnenrand entfernt sah er eigentlich noch immer so aus wie auf dem Cover von Strong Persuader, seinem Riesenerfolg von 1986. Der Mann ist in 30 Jahren Bühnenkarriere kaum gealtert, und auch seine Stimme hat sich nicht verändert.

 

Erwartungen erfüllt

Viele Vorschusslorbeeren, hohe Erwartungen. Das Publikum am Sonntagabend im «Kaufleuten» in Zürich war voller Erwartung, was da nun für einer auf die Bühne kommen wird, als Gary Clark mit einer guten Viertelstunde Verspätung die Bühne des «Kaufleuten» betrat. Davor keine Vorgruppe, keine Ankündigung, nicht einmal ein Auftritt der Band, ehe der Headliner kam. Das Quartett versammelte sich auf der Bühne und spielte gleich los. Es war der Auftakt zu einem magischen Konzert, bei dem Gary Clark seine Philosophie des Blues präsentierte, ohne ein vernehmbares Wort zu sagen. Er liess Klänge sprechen und das nicht zu knapp.

 

Lebensfreude pur - Ruthie Foster

 

Der Donnerstag brachte Ruthie Foster auf die Bühne, die damit zum ersten Mal in Basel zu erleben war. Sie tritt oft im Trio mit der Schlagzeugerin Samantha Banks und der Bassistin Tanya Richardson auf, diesmal hatte sie den Bassisten Larry Fulcher dabei. Er spielte mit einem wunderschönen Bass von Madera Guitars, der mit den im Griffbrett eingelassenen LEDs an ein Jedi Schwert erinnerte. Larry ist ein erfahrener Musiker, der unter anderem mit den Wailers und Andrew Tosh unterwegs war. Für seine Arbeit mit Taj Mahal gewann er einen Grammy und einen W.C. Handy Award (heute Blues Music Award). Samantha Banks ist zu unrecht hierzulande weniger bekannt, sie legte eine überzeugende Performance hin, mit filigraner Schlagzeugarbeit und komplexen Rhythmuswechseln. In Mississippi John Hurts «Richland Woman Blues» spielte sie den Takt mit dem Löffelschlagzeug, das ja nicht nur im Blues, sondern in der Volksmusik weit verbreitet war – und es groovte!

 

 

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