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KoechliSoloTeleSlideAm Gründonnerstag fand im Hotel Schweizerhof in Luzern die CD-Taufe statt für Richard Koechli und die Blue Roots Company und Ihre CD Parcours. Im Verlauf des Auftritts stellte die Band wie üblich die Titel des neuen Albums vor. Die Emotionen, die bei einem Live-Auftritt entstehen, dieses Wechselspiel zwischen Publikum und der ansehnlich grossen Band sowie die Chemie der Akteure auf der Bühne, schien gut zu funktioneren – alle schienen sichtlich grossen Spass daran zu haben. Vor dem Main Event gab es Auftritte von zwei weiteren Projekten von Koechlis Management: Die Quartette aBlueser und Cattlefood spielten je eine Stunde und brachten das Publikum in Stimmung. Diese erreichte aber erst nennenswerte Höhen, als dann Richard Koechli zu sehen war. Dessen Auftritt war musikalisch natürlich der Höhepunkt des Abends, und er war das Warten wert.

Der Manager von Richard Koechli ist ein umtriebiger Mann mit einer offensichtlichen und tiefen Liebe zum Blues. Hape Schuwey spielt selbst Bass im Power-Trio mit weiblicher Zusatzstimme aBlueser, das den Abend eröffnete. Diese Band ist, wie auch ihre Website, noch im entstehen begriffen und so nutze man die Gelegenheit, im Schweizerhof vor grossem Publikum aufzutreten. Etwas eingespielter klangen dann Cattlefood, eine ebenfalls von Schuwey betreute Formation bestehend aus Martin Loeffel (Orgel, Gesang) Claudio Duso (Bass), Kurt Roos (Schlagzeug) und Reto Schoch (Gitarre),

CattlefoodOnStage die im Bereich Southern Rock und Bluesrock Covers spielt und entsprechend Stimmung erzeugen kann. Die Akustik im Grossen Saal erwies sich als schwierig, wie bei beiden Vorbands zu hören war..

aBlueserOnStage

Auch Richard Koechli hatte seine Mühe mit dem hohen Saal, der im hinteren Bereich akustisch nicht zur Differenzierung der einzelnen Akteure beitrug. Aber die Band und der Tonmeister gaben ihr Bestes und das Publikum war gut unterhalten. Die Blue Roots Company sind Heini Heitz an der Rhythmus-Gitarre, der phantastisch spielte und Michael Dolmetsch am Keyboard, stets ein sicherer Wert und mit enormem Blick für alles, was auf der Bühne gleichzeitig lief. Dani Lauk spielte grossartig Harp und auf einem Song die Querflöte, immer ein gerne gesehener aber zu seltener Gast auf Bluesbühnen. Das Ganze baute auf die rhythmische Grundlage von Bassist David Zopfi und Schlagzeuger Fausto Medici, die beide auch mit Koechli in Trioformation auftreten. Als Gast kam für zwei Songs Stefan Künzli mit seinem Tenor-Saxophon auf die Bühne und spielte einen Reisser und eine sanfte Begleitung. Mittendrin mit leuchtenden Augen Richard Koechli, der bis auf eine Aufnahme alle Songs des Albums auch geschrieben hat, und der als Bandleader die Soli zuteilte und den Auftritt als Headliner schulterte.

Nach einigen einleitenden Worten durch den Präsidenten des «Lucerne Blues Festival» Kari Bründler sowie durch Richard Koechli selbst und mit dem Anstossen auf das neue Album war das Ding getauft ging es los: Die Titel des neuen Albums, welches anzuhören die Bluesnews-Redaktion bereits das Privileg hatte, wurden mit gewissen künstlerischen Freiheiten bei den Soli gespielt, dabei präsentierte sich die Blue Roots Company als verschworene Einheit, in der jeder seine Rolle spielt, zum Wohle des Ganzen. Richard Koechlis Gesang in drei Sprachen ging direkt unter die Haut, und sein Gitarrenspiel ist sowieso über Zweifel erhaben. Der in Dialekt gesungene Titel Of em Gliche Grond Stah, seinen Eltern gewidmet, war solch ein perfekter Gänsehautmoment. Jeder Titel – ob fetzig, ob gefühlvoll – hatte seine eigene Magie, die Zeit flog dahin von Song zu Song, und alle vermittelten den Eindruck, motiviert durch Spass und Stolz auf der Bühne ihr Bestes zu geben. Eindrücklich war das kurze, perfekte Schlagzeugsolo von Fausto Medici, bei dem der eine Fuss den Puls des Songs weiter hielt, aber freier Fuss und die Hände für einige Takte ein feines kleines Solo spielten.

KoechliBlueRootsOnStageDer Unterschied zwischen Studioaufnahme mit ihrer Perfektion und dem stets unperfekten Live-Auftritt mit seiner grösseren emotionalen Reichweite war gut zu beobachten. Das Publikum konnte die Band spüren und reagieren und das feuerte auch wieder die Band an. So macht Live-Musik Spass.

Somit wurde nun Parcours aus der Taufe gehoben (werde nie verstehen, wieso es nicht «Vernissage» heisst, sondern «Taufe»): Ein neues Album voller wirklich guter Songs, gespielt von einer Band, die als Einheit auftritt. Dazu Richard Koechlis überragende Gitarre und eindringliche Stimme, ein Miteinander, das auf die Gefühle des Publikums wirkt, weil es die Gefühle des Künstlers sind, gefiltert durch seine Virtuosität, aber stets spürbar. der Festival-Sommer hat gerade eben begonnen, Richard Koechli & Blues Roots Company wissen, wie man ein Publikum fesselt, hoffentlich werden sie mancher Orts zu hören sein, und die Wartezeit verkürzt ja jetzt die wunderbare CD Parcours.

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