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Blues Now! im Atlantis -
Bericht und Blick in die Kristallkugel

Rund fünfzehn Jahre sind es her, seit im Atlantis in Basel zum letzten Mal Livemusik zu hören war. Seither stand im legendären Musikklub die Gastronomie im Vordergrund. Nun konnte Patrick Kaiser (Blues Now!) zusammen mit Claudia Danuser, die seit Herbst 2014 das Lokal leitet, einen Pilotversuch starten und ein Konzert im Geiste der grossen Zeit des «-tis» aufführen. Am 29. April 2015 spielten Mike Zito & The Wheel ein rund zweistündiges Set. Wir waren dort und sprachen mit Patrick Kaiser über das Konzert und seine weiteren Pläne.

Natürlich war das Konzert schon vor dem Spieltag ausverkauft. Dies, obwohl man zwei Tage später im Rahmen eines Firmenjubiläums Mike Zito & The Wheel kostenlos im Volkshaus erleben konnte. Nostalgie und der Wunsch nach einem Wiederaufleben von Konzerten im Traditionslokal dürften eine grosse Rolle dabei gespielt haben.

Leider sorgte das Konzept für Unmut unter den Gästen. Die Plätze vor der Bühne waren für die Tische der Sponsoren reserviert. Konzertbesucher konnten sich entweder an der Bar oder auf der Galerie aufhalten, an beiden Orten war es eng und man konnte das Geschehen auf der Bühne nicht wirklich verfolgen. Zudem war der Sound oben nicht eben berauschend. Trotzdem kam auf dem Balkon nach wenigen Titeln Stimmung auf, die Leute kamen in den Groove und begannen sich zu bewegen, nur die Interaktion mit der Band fehlte. Erstens konnten nur die Besucher am Geländer die Bühne überhaupt sehen und zweitens spielte die Band unten, wie im Bärengraben und es fehlte der Blickkontakt. Im unteren Teil sass man derweil noch eher ruhig. Die Band legte ein makelloses Set hin. Wir mussten das Konzert vorzeitig verlassen, gegen Ende gelang es aber, auch die Gäste an den Tischen auf die Beine zu bringen, wie wir uns sagen liessen. Im Grunde genommen ist das Projekt aber gelungen.

Vorausgegangen waren mehrere Jahre Vorbereitungsarbeit. Die Idee, Live Konzerte in der speziellen Atmosphäre eines Klubs anzubieten, sei ein lange gehegter Wunsch, so Patrick Kaiser. Es sei wichtig, dass Musiker und Zuschauer sich sehen können, was natürlich nur in einem kleinen Lokal möglich ist. Nur so sei ein Austausch zwischen Musikern und Publikum möglich. Konzerte im Umfeld von Jazz und Blues würden nur in Ausnahmefällen tausend oder mehr Zuschauer anlocken. Man könne mit zwei- bis vierhundert Personen rechnen. Das sei völlig in Ordnung, jedoch fehlten in Basel geeignete Lokale. In der Innenstadt müsse zudem für Musikveranstaltungen auch auf die Nachbarn Rücksicht genommen werden.

Es gelang Kaiser schliesslich, Claudia Danuser für das Projekt mit dem Atlantis zu gewinnen. «Ich habe hier meine Jugend verbracht», so Kaiser über seine Freude, an die Tradition der spannenden Konzerte genau in diesem Lokal anknüpfen zu können. «ich erlebte dort unter anderem die Jess Roden Band, Stevie Ray Vaughan, oder auch Rory  Gallagher

Auf die Frage, wie es nach dem fünfjährigen Jubiläum von Blues Now! weiter gehen wird und ob weitere Konzerte im Atlantis zur Aufführung kommen , meinte Kaiser, das bisherige Konzept werde weiter geführt: Kein Zugeständnisse bei der Qualität. «Wir verpflichten keine Musiker, nur weil sie gerade in der Nähe unterwegs sind und noch einige Termine frei haben, die ihr Promoter oder Booking Agent an den Mann zu bringen versucht.» so Kaiser, «Ich habe ein Liste von Künstlern, die ich engagieren möchte und ich möchte nur diese auf die Bühne bringen und dies in der Originalbesetzung.» Stilistisch möchte Blues Now! noch breiter werden. «Blues hat viele Facetten. Es ist schwarze Musik mit ganz vielen Einflüssen.» erklärt Kaiser, «Leute, die nur traditionellen Blues kennen, finden ihn oft langweilig und erwarten von uns auch nur eine weitere Konzertreihe in der gleichen Art.» Inzwischen sei aber Blues Now! dafür bekannt, die ganze Bandbreite des Blues anzubieten und ohne stilistische Scheuklappen interessante Konzerte mit spannenden Musikern zu veranstalten. Zum Beispiel verhandle er gerade mit Randall Bramblett, einem  Mitglied der ehemaligen Jam-Band Sea Level, die ein Spross der Allmann Brothers Band war und mit einem Mix aus Blues, Jazz und Rock bekannt wurde, den man vielleicht als Southern Rock/Funk/Fusion Musik umschreiben kann.  

Ob und wie viele Konzerte es im Atlantis geben werde, sei noch offen. Die Probleme seien natürlich erkannt und man wolle sich sehr bald darüber unterhalten, wie sie zu lösen seien. Die Voraussetzungen seien gut, alle Beteiligten seitens des Lokals, der Sponsoren und auch die Nachbarn seien vom Projekt begeistert und bereit, das Konzept zu verbessern. 

 

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