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BFB2019 LogoBasel jubiliert. 2019 war die zwanzigste Ausgabe des Basler Festivals. Es war auch das letzte Jahr des Präsidenten Louis van der Haegen, der das Zepter nun an Edo Loew übergibt. Dieser führte auch erstmals durch das Programm und moderierte die Preisübergabe des Swiss Blues Award, der dieses Jahr zum ersten Mal nicht zwischen den beiden Acts am Mittwoch vorgestellt und übergeben worden ist, sondern am Dienstagabend während des VIP Apéros. Wir hörten zahlreiche bedauernde Kommentare, dass die Verleihung nicht öffentlich durchgeführt worden ist. Hier sind Eindrücke zum Festival.

Es ist Tradition in Basel, dass der erste Abend mit der Promo Blues Night beginnt. Dieser Talentwettbewerb bringt jeweils 5 junge Bands auf die Bühne, die vom Festival Basel und von anderen Festivals in der Schweiz nominiert werden. In diesem Jahr waren dies die Festivals in Luzern und Baden. Für Basel gehören das nahe Elsass wie auch der süddeutsche Raum zur Region, so dass das Festival Basel immer wieder Musiker aus Deutschland und Frankreich nominiert. So gewann im letzten Jahr Flo Bauer aus dem Elsass den Wettbewerb. Gewinner der Ausgabe 2019 waren Chicago Dave mo’Blues & Guest mit der Sängerin Nadia Diriwächter.

Der erste Konzertabend gehörte dem Flo Bauer Blues Project und Philipp Fankhauser. Die Gruppe um Flo Bauer hatte die letztjährige Promo Blues Night für sich entscheiden können und hat inzwischen in Frankreich, Deutschland und der Schweiz sowohl beim Publikum, als auch unter den Musikern grosse Bekanntheit erlangt und viele Freunde gewonnen. Er begann den Abend mit einem überzeugenden Auftritt. Mit einem abwechslungsreichen Programm aus vorwiegend Eigenkompositionen und einer soliden Band erfüllte er die Erwartungen, die in ihn als Vertreter des jungen, frischen Blues gesetzt werden. Ein gut aufgelegter Philipp Fankhauser setzte den Abend fort. Zu Beginn seines Auftritts wurde ihm der Swiss Blues Lifetime Achievement Award überreicht, der eigentlich am Vorabend übergeben werden sollte, was aber nicht möglich war, weil Fankhauser seine Teilnahme kurzfristig absagen musste. Er quittierte den Preis mit Freude, wiess aber darauf hin, dass er erstens im Grunde genommen den Preis wohl zu früh erhalten habe, er habe noch viel vor und dass wir uns zweitens eigentlich im klaren sein sollten, dass es die grossen Namen der Bluesgeschichte gewesen seine, welche den Blues «erfunden» hätten und wir hier nichts weiter könnten, als deren grosse Leistungen fortzuführen. Dann legte er mit seiner Band ein makelloses Set hin. Unterbrochen von unterhaltenden und mit viel Humor gespickten Ansagen, spielte die Band Songs aus dem weitgehend bekannten Repertoire Fankhausers, die ja einer ständigen Evolution unterliegen und daher immer wieder frisch erscheinen. Erstaunlich: Sein Konzert war ausverkauft, wie immer, wenn er in Basel auftritt und trotzdem hatte er lange Zeit Mühe, das Publikum zu Reaktionen zu bewegen, was aber nicht an ihm, sondern am Publikum lag. Für die Zugabe holte er seinen Kollegen Flo Bauer auf die Bühne, dem er grossen Respekt zollt, wie er während seiner Ansagen mehrfach betonte. Alles in allem ein qualitativ ansprechender, stimmungsvoller erster Festival-Abend. Ihre erste Begegnung mit dem Schweizer Publikum hatte Vanessa Collier auf der Tour des Blues Caravan 2017, mit dem sie zusammen mit Si Cranston und Big Daddy Wilson durch Europa tingelte. Trotzdem blieb sie ein Insider Tipp, was sich nach ihrem Auftritt am Basler Festival ändern dürfte. Die in Dallas geborene Musikerin überzeugte in jeder Hinsicht: als Saxophonistin, Sängerin und Songschreiberin. Dass sie mit ihrer ungekünstelten, aber einnehmenden Art auch ihr Publikum zu gewinnen weiss, rundet das Bild einer Vollblutkünstlerin ab. Dabei ist ihre Musik vielseitig und vereint Blues, Soul, Funk, Rock mit jazzigen Elementen, unterstützt von einer Band, die sich in jeder Stilart sicher und kreativ zeigt. Er ist, was man gemeinhin als Beau bezeichnet: «King» Solomon Hicks. Der erst 24 jährige Gitarrist und Sänger kommt aus einem Elternhaus, das ihn früh förderte und so wundert es kaum, dass er bereits als 13 jähriger Teenager im Cotton Club als Leadgitarrist spielte. Er kennt also kaum anderes und entsprechend lässig tritt er auf. Alles an ihm wirkt entspannt, gleichzeitig hochkonzentriert und sicher. In klassischer Formation mit Bass und Schlagzeug legte er einen Song nach dem anderen hin und bewegte sich dabei zwischen Blues, Soul, Funk und Rock, spielte dabei perfekt und entlockte seinem Instrument wunderbare Läufe. Trotzdem wirkte er letzten Endes fast zu perfekt und hinterliess bei mir keinen besonderen Eindruck.

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