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IgnatzNetzerWernerAckerSaitenzauberCDCoverWas wir seit den Büchern um Zauberlehrling Harry Potter wissen: Raum für Magie ist überall. Und so liessen Ignaz Netzer und Werner Acker ihre musikalische Magie erklingen für das Album Saitenzauber, ein Duo-Konzert der beiden Gitarristen, eingespielt im April 2017 im Möbelhaus Endner im süddeutschen Leingarten. Der Roots-Blues-Enthusiast Netzer hat sich für das aktuelle Projekt zusammen getan mit Werner Acker, einem bekannten E-Gitarristen, Studiomusiker und Dozent für Jazz- und Pop-Gitarre an der Musikhochschule Stuttgart. Netzer ist als Bluesman für Gesang, Harp und die akustische Gitarre — gegriffen oder als Slide — zuständig, Acker spielt eine feine Jazz-Gitarre dazu, die nahtlos mit der raueren Rhythmus-Gitarre zusammen geht. Entstanden ist ein Album mit bluesigen Klängen, jazzigeren Songs und insgesamt einer grossen musikalischen Harmonie.

Der Titel der CD — Saitenzauber — kann als Hommage an den grossen und 2016 verstorbenen Werner Lämmerhirt verstanden werden (obwohl der Bezug im Booklet nicht explizit hergestellt wird). Lämmerhirt, ein Pionier der Fingerstyle-Gitarre und wie Netzer ein Bewunderer des Country-Blues nannte sein Solo-Album von 1999 Saitenzauber und auch das Duo Netzer und Acker sucht nach diesem magischen Touch, dieser Mischung aus Präzision im Spiel und der Leidenschaft im Gesang. Und das Zusammengehen des konzentrierten und feinstimmigen Werner Acker mit der Passion des Ignaz Netzers ergibt genau diese Mischung. Die Songs sind alle für sich Statements der Musikalität und Bekenntnisse der Liebe zu gewissen Titeln, und selbst bei völlig abgenudelten Songs wie Summertime kommt Freude auf über die Art, wie der Song wiedergegeben wird.

IgnatzNetzerWernerAckerStilistisch ist der Gershwin-Titel vielleicht in dieser Sammlung von Bluestiteln eine kleine Ausnahme, aber vom der Instrumentierung entspricht er genau dem, was dieses Album zu bieten hat: einen schweren und betonten Rhythmus — passend, denn es gibt kein Schlagzeug und keinen Bass — durch Netzer und dazu Jazz-Linien, die nicht berauschend schnell sein sollen und die nicht intellektuell beeindrucken sollen, sondern die songdienlich und mit der harmonischen Breite des Jazz etwas zum Titel beitragen. Diese Muster ist auch bei anderen Song zu beobachten wie dem Traditional Corinna oder Percy Mayfields Please Send Me Someone to Love. Es muss die Musikalität und die Erfahrung der beiden Künstler sein, welche es erlaubt, selbst einen Titel wie Krisoffersons Me and Bobby McGee wieder interessant und hörenswert zu machen. Bemerkenswert ist das auch augenzwinkernd gespielte Jesus on the Mainline, das im Stile von «Mississippi» John Hurt gespielt wird. Dieser Song ist ruft das Publikum zur Mithilfe auf, mit Mitsingen und einem «Schlagzeugsolo», bei dem das Publikum klatschen soll.

Nach einigen Alben von Ignaz Netzer, die wir auf dieser Website schon rezensiert haben drängt sich doch der Eindruck auf, dass diese Kooperation zwischen Acker und Netzer speziell gut harmoniert, und die Spielfreude, die im Frühling 2017 in einem süddeutschen Möbelhaus entstand, ist nun ein Jahr später zu hören auf Saitenzauber. Und das beweist: es muss nicht die Carnegie Hall sein für gute Musik, und insbesondere im akustischen Blues gibt es das bekannte Vorbild von Luther Allisons Album Hand Me Down My Moonshine, das er in seiner Küche aufgenommen hatte.

Ignaz Netzer & Werner Acker Saitenzauber (2018)

1.

Good Morning Blues

4:31

Leadbelly

2.

Corinna

4:28

Trad.

3.

Got The Blues

3:43

M.J. Hurtz / I Netzer

4.

Stay By Me

4:01

Ignaz Netzer

5.

Jesus On The Mainline

3:28

Trad.

6.

Got To Move

5:13

Fred McDowell

7.

Me And Bobby McGee

4:59

Kris Kristofferson

8.

Walk On

5:06

Brownie McGhee

9.

Send Me Someone To Love

4:02

Percy Mayfield

10.

Get The Blues When It Rains

3:05

H. Stoddard/M. Klauber

11.

Summertime

5:00

George Gershwin

12.

One Kind Favor

2:51

Blind Lemon Jefferson

13.

Will The Circle Be Unbroken

6:23

Trad.

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