Catfish – Forever

Um es also nochmal deutlich zu sagen: die Musik von Catfish Blues Band ist gut, da sind hart verzerrte Gitarren, die sich in die Gehörgänge sägen, Schlagzeuger Roger Bächinger bringt einen mitreissenden Schlagzeugsound mit, aber es ist kein Bluesrhythmus, sondern Rockmusik. Am besten zeigt sich dies bei You Make Me Blind, dem Titel, der den Kriterien des Blues am stärksten entspricht. Hier gibt es ein Harp-Solo und einen Shuffle-Rhythmus, aber Elemente wie die Hard-Rock-Singstimme lassen Assoziationen aufkommen, die eindeutig mehr mit Stadionrock zu tun hat als mit Juke Joints.

CatfishStGallenBandPromoDie vierköpfige Band aus dem Osten der Schweiz (nicht zu verwechseln mit einem gleichnamigen Quintett aus Bern) besteht seit 1995 und beinhaltet heute neben Schlagzeuger Roger Bächinger das einzige Gründungsmitglied, Sänger und Rhytmus-Gitarrist Antonio Campitelli, ausserdem Lead-Gitarrist und Background-Sänger Markus Bauer sowie Bassist Roman Spiess. Forever ist in jeder Hinsicht ein gradliniges Album, schnörkellos, in-your-face Classic Rock wird hier geboten! Meist geht es hier deftiger zur Sache: Klarer Rhythmus, klare Zerre, Campitelli singt mit der stets angestrengten Singstimme eines Hardrock-Sängers. Die vier bezeichnen sich als «vier Vollblut-Rock’n’Roller», aber hier ist kein Scotty Moore Pate gestanden, mehr Jimmy Page und dessen Auffassung von Rock'n'Roll.

Was also kriegt man zu hören? Die vermittels der Homepage der Band anhörbaren Titel entsprechen dem Repertoire, das auf Forever zu hören ist, und auch wenn kurze Ausschnitte zu hören sind, vermitteln sie einen klaren Eindruck. Für mich klingt die Musik nach dem, was iin der Radiowelt als «Classic Rock» bezeichnet wird, weshalb AC/DC und Bob Seeger & the Silver Bullet Band oben als Richtwerte angegeben wurden, aber auch gewisse Titel von ZZ Top klingen an. Die Band selbst beschreibt ihren Sound als «Irgendwo zwischen Deep Purple, Led Zeppelin, ZZ Top und AC/DC.». Mit anderen Worten: hier gibt es keinen Bluesrock à la Freischlader oder Stevie Ray Vaughan  zu hören, sondern was im Eröffnungstitel als White Man’s Blues bezeichnet wird: Rockmusik, und zwar nach dem Motto: immer feste druff!

Antonio Campitelli Gesang, Gitarre
Markus Bauer Lead-Gitarre, Gesang
Roman Spiess Bass
Roger Bächinger Schlagzeug
1. White Man's Blues 3:54
2. Show Me The Way 3:15
3. Who Will Stop This Train 3:59
4. Still Love Her 4:25
5. Poor Man Blues 2:51
6. Angel In My Heart 3:44
7. Into The Light 4:25
8. The End Of The Road 3:10
9. Forever 3:29
10. You Make Me Blind 3:35
11. River Of Tears 4:31