Jazz 'n' More
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Richard Koechli: Dem Blues auf der Spur
Basler Veranstaltungskalender
Groove Now
Reif und gelungen 

PhilippFankhauserIllBeAroundCDCoverDie Reduktion auf das wesentliche ist es, die einen Meister auszeichnet. Das gilt für die darstellende genauso wie für die bildende Kunst. Philipp Fankhauser ist dies mit seinem neusten Album I’ll Be Around hervorragend gelungen, es ist sein 17. Album, wenn man die Live Mitschnitte einschliesst. Hier spielt ein reifer Musiker, der sich und der Welt nichts mehr beweisen muss und gerade damit seine Klasse beweist. Er spielte mit seiner ausgezeichneten Band im Sommer 2017 ein tolles Album ein, das fünfzehn Titel enthält, die völlig entspannt daherkommen. Er bringt dabei das Kunststück fertig, dass die Titel auch Musikfreunden gefallen, die sich nicht als Bluesfans im engeren Sinn bezeichnen würden, ohne Zugeständnisse an die Popmusik zu machen, welche die Songs ruinieren könnten. So sind die Songs, wie man so schön sagt, durchaus hitparadentauglich, bleiben aber im Blues und Soul geerdet.

Erinnerungen

LillyMartinMinettaCDCoverDer In Sidney Lumets Film «Frank Serpico» zieht der Titelheld, gespielt von Al Pacino, aus Brooklyn in die Minetta Street Nummer 5 – 7, einer hübschen Strasse mit roten Backsteinhäusern, die dem Lauf des ehemaligen Minetta Creeks folgt, der zu Kolonialzeiten ein wichtiger Wasserlauf in Manhattan war. Dort siedelten die Holländer einst die sogenannten «teilweise befreiten» Sklaven an. Anfang vergangenen Jahrhunderts war die Prostitution dort zuhause. Und noch etwas steht in den Annalen der Strasse: Dort, wo heute ein mexikanisches Restaurant ist, gab es in den Sechzigerjahren eine Szenenkneipe namens «Fat Black Pussycat», in welcher Bob Dylan sein Lied Blowin’ In The Wind geschrieben hat.

Eine Herzensangelegenheit

MorrisonRollWithPunchesCDCoverGeht Van Morrison hier zu seinen Wurzeln zurück? Ist das ein Bekenntnis? Solche Fragen sind nebensächlich angesichts der puren Spielfreude, die der unverwüstliche Ire auf seinem neuen Album Roll With The Punches zur Schau stellt. Unterstützt von einem Who is Who des Blues kommt dieses Album kräftig und frisch daher, mit Humor werden Klassiker ein weiteres Mal zelebriert, aber auch gegen den Strich gebürstet. Und alles wird zusammengehalten von dieser einzigartigen Stimme und Gesangeskunst von Van Morrison, der ein weitere Mal als Bluessänger brilliert. Das neue Album ist auch eine Fortsetzung von Pay The Devil, indem es Americana feiert, ohne Genregrenzen allzu ernst zu nehmen. Das neue Album ist aber nur Blues, zumeist der Chicago-Variante, mit Piano und Mundharmonika, und insbesondere mit wunderbaren Slide-Passagen. Morrison hat sich auf Roll With The Punches auch die Zusammenarbeit mit Gitarrist Jeff Beck, dem Pianist Jason Rebello und den Sängern Chris Farlowe und Paul Jones (Ex-Manfred Mann) gesichert. Das sind – nebenbei bemerkt – alles Briten. 

Grosses Kino

GingerBluesBErlinNightsCDCoverDies ist eine Live-Aufnahme einer Zusammenarbeit, die durch Zufall geschaffen wurde, und dank moderner Aufnahmetechnik kann die ganze Welt nun Anteil haben an dieser Musik. Jessie Gordon ist eine australische Sängern, die offenbar hin und wieder in Berlin bei verschiedenen Bands mitsang. Nun spielt sie mit Jazz- und Blues-Gitarrist Jan Hirte in Berlin dieses Konzert einer wunderbaren Blues- und Jazz-Revue. Gordon kann offenbar singen, was immer sie möchte, ihre Stimme ist von God Bless The Child bis Voodoo Woman stets jeder Herausforderung gewachsen. Der Gitarrenton ist wunderschön und variantenreich, und durch das Setup ohne Schlagzeug bleibt die Musik oft schwebend und leicht unbestimmt, was den Charakter des Sets ausmacht. Die Musik ist frisch und spannungsvoll und die Live-Atmosphäre trägt das ihre bei zur Magie dieses Moments. Die Covers gehen kreativ mit den Titeln um: Durch Überlagerung der Texte von Tennessee Whiskey und I’d Rahter Go Blind wird etwa der Klassiker von Etta James neu belebt. Das Keyboard von Matthias Falkenau trägt den Song perfekt. Dorian Gollis spielt den Bass. Fishing Blues ist ein Old Time-Country Blues, den Gitarrist Jan Hirte über die Rampe schiebt. 12 Titel, jeder mit eigenem Charakter, aber durchgehend ein schönes und gefühlvolles Set.

Dänische Rock-Power vom Power-Rocker

MikeAndersenDevilIsBackDer Dänische Gitarrist und Sänger Mike Andersen legt mit seiner Band auf dem aktuellen Album Devil is Back elf Titel vor, die weitgehend Standard-Rockmusik darstellen, sehr radiotauglich, ideale Musik für «einohriges Hören» und als Stimmungshintergrund. Das Album besteht aus Rocktiteln, bei denen Andersen klar an Bryan Adams oder sonst eine «Reibeisenstimme» erinnert. Auch musikalisch bewegen sich die Arrangements von Adams bist zu Kid Rock, Weisser Power-Rock.

Boogie & Blues Piano ganz persönlich

NicoBrinaBoogiefulCDCoverDer unvergleichliche Nico Brina legt sein dreizehntes Album mit Piano Boogie-Woogie. Klingt alles sehr vertraut? Auf den ersten Blick vielleicht, aber  wenn man die Musik anhört, wir klar, dass dies ein ganz neues Spiel ist. Nico Brina spielt ausschliesslich Eigenkompositionen, und manche Stücke dieses Solo-Albums sind mit seinem Gesang angereichert. Er zeigt sich dabei von seiner sehr persönlichen Seite, und selbst die Instrumentalstücke klingen auf Boogieful weicher, persönlicher als auf früheren Alben. Diese vielleicht eingebildete, vielleicht tatsächlich erfolgte Entwicklung geht zurück auf die ungeheure Meisterschaft, mit welcher der in Biel geborene Pianist sein Instrument und die Musik seiner Wahl beherrscht. Dieser Roger Federer des Boogie-Woogie-Pianos weiss zu variieren, anzutreiben und sich zurückzuhalten, dass es eine wahre Freude ist.

Neu Geboren – zurück zu den Wurzeln

Dee Dee Bridgewater MemphisMit einem Konzert Anfang November in der Zürcher Gessner Allee im Rahmen des «JazzNoJazz» und mit ihrem brandneuen Album Memphis...Yes, I'm Ready empfiehlt sich die Amerikanische Sängerin Dee Dee Bridgewater einem Publikum, das ihre früheren musikalischen Ausflüge vielleicht als zu sehr im Jazz angesiedelt empfand. Das neue Album Memphis führt die in Flint, Michigan aufgewachsene Frau mit der vielseitigen Stimme zurück zu ihren Wurzeln – nach Memphis. Dafür hat sie sich hochkompetente Unterstützung gesucht, und die Songs – grösstenteils Covers – sind geprägt vom Bedürfnis, sie gegen den Strich zu bürsten, aber dennoch die Tradition zu wahren. Das Album geht mit einer erfrischenden Respektlosigkeit auf die grossen Klassiker des Memphis-Sounds los, und das anzuhören macht grossen Spass. Auf dem Konzert hat sie alle Register ihres Umgangs mit dem Publikum gezeigt, aber auch viele Aspekte ihrer Stimme. Nach persönlichen Tiefschlägen ist dieses Album ein Heilungsprozess für Bridgewater, und ein Hörvergnügen für das Publikum.

Die ganze Lebenslust New Orleans’

ZydecoPartyBandGumboBrotherhoodCDCoverEr stammt zwar aus Texas, wuchs jedoch teilweise in Louisiana auf und verliebte sich dabei in die Kultur des Pelican State. So war es nur konsequent, dass er sich für lange Zeit in New Orleans niederliess und dort in der Szene um Dr. John, Clifton Chenier und den Neville Brothers die Musik förmlich aufsog. Er entwickelte einen eigenen Stil, ein Amalgam aus Zydeco, Blues, New Orleans Funk und Jazz. Inzwischen lebt er in Los Angeles. Wir haben sein neustes Album: The Gumbo Brotherhood angehört.

So klingt Blues heute

RickEstrinGroovinInGreaselandCDCoverRick Estrin gehört ohne Zweifel zu den interessantesten Figuren der Bluesszene. Kein anderer verbindet auf diese unnachahmliche Weise Lebenserfahrung, Ironie, Witz und Zeitkritik miteinander und kann dies auch noch in attraktive Songs giessen. Dabei hat die Band über die Jahre einen eigenen Stil, sowie einen ebenso unverwechselbaren Sound entwickelt. Dazu trägt auch Estrins einzigartiger, cooler Gesang bei. Seit einiger Zeit hat sich der Drummer Jay Hansen aus familiären Gründen verabschiedet, an seiner Stelle sorgt nun Alex Pettersen für den Beat. Geblieben sind der norwegische Gitarrist und Showman Kid Andersen und der vielseitige Lorenzo Farrell an den Tasten. Nun erschien Ihr neustes Album: «Groovin’ In Greaseland».

 Attraktiver Erstling

ThreeHoursPastMidnightYouCanStayCDCoverGerne wird die Qualität einer Bluesband daran gemessen, ob sie eigene Songs im Repertoire hat, je mehr, desto besser. Dabei gibt es im Kanon des Blues inzwischen eine Fülle von wunderbaren Songs, derer man sich bedienen kann. Dass viel zu oft nur eine kleine Handvoll dieser Titel gecovert werden, mag ein Grund dafür sein, dass diese Wertung besteht. Welcher Klassikfan möchte schon gerne immer nur die kleine Nachtmusik hören, so schön sie auch ist? Dass es auch anders geht, zeigt die Genfer Band Three Hoiurs Past Midnight auf ihrem Debutalbum, das nach einem Johnny Guitar Watson Erfolg benannt ist: You Can Stay But The Noise Must Go.

Greggs Goodbye

GreggAllmanSouthernBloodCDCoverGregg Allman hat sein letztes Sololabum veröffentlicht, nach seinem Tod am 27. Mai  ist nun Southern Blood erschienen, eine Sammlung von zehn Liedern, Covern zumeist, in denen mit der musikalischen Klaviatur von Country, Southern Rock, Blues eine Sammlung von schönen Songs zusammenkam, jeder etwas anders im Charakter, aber stimmig im Grundgefühl. Southern Blood ist eine schöne CD, auf der Gregg Allman versuchte, Spass zu haben, aber auch noch einmal sein Innerstes nach aussen kehren wollte. Er zeigt sich bei den Aufnahmen, die im März 2016 begannen und von Don Wes produziert wurden, als leidenschaftlicher Musiker, als Mensch, der gelebt und gelitten hat, und als alter Mann, der unsentimental auf sein Leben zurückblickt.

Das Ganze noch besser als die Teile

TajMahalKebMoTajMoCDCoverIm Blues sind Kooperationen und Gastauftritte bei Live-Konzerten oder Albumproduktion mittlerweile Usus und normal. Dass sich zwei Bandleader, Songwriter zusammensetzen und ein ganzes Album als Kooperation machen, ist dann schon ein Schritt mehr. Die beiden erfahrenen Musiker Taj Mahal und der neun Jahre jüngere Keb’Mo’ setzten sich zusammen und machten ein richtig gemeinsames Album. Und die gemeinsame Veröffentlichung TajMo mit gemeinsam eingespielten und teilweise auch gemeinam geschriebenen Titeln ist goovig und bluesig und zeigt auch die Verbundenheit der Musiker mit Traditionen ausserhalb des Blues. Eine CD, die enorm Spass macht und einfach stimmige Musik bietet, gesungen von zwei der besten Sänger, die es gibt.

Tiefer Einblick in den West Side Blues

JimmyDawkinsWestSideChicagoBluesDVDONstageBlues ist Leiden, Blues muss weh tun! Mehr als andere Bluesmen stand Jimmy Dawkins (1936–2013) für dieses Credo. Dieser frühe Vertreter des sogenannten «Westside»-Sounds von Chicago war ein Pionier der harten, übersteuerten Version des Blues, doch im Gegensatz zu anderen Westside-Ikonen wie Luther Allison, Otis Rush oder Buddy Guy blieb ihm der grosse Erfolg und die gebührende Anerkennung verwehrt. Nun liegt mit West Side Chicago Blues eine Filmaufnahme vor, auf der ein Bühnenauftritt in Wales und ein ausführliches Interview mit Dawkins zu sehen sind.

John Lee Hooker’s Finest

JohnLeeHookerWhiskyAndWimmenCDCoverEr prägte die Entwicklung des Blues, Jazz und Rock wie nur wenige andere Künstler. Er transportierte den rauen Deltablues auf die elektrische Gitarre und blieb seinem einzigartigen Stil sein Leben lang treu. Unzähligen Musikern war er Vorbild. Am 22. August 1917 – vielleicht war es auch 1912 – kam er in Clarksdale, MS zur Welt, machte aber Karriere weit weg vom Delta. Noch vor seinem hundertsten Geburtstag brachte Veejay/Universal im März 2017 eine Kompilation seiner besten Songs heraus.

Nostalgisches modern präsentiert

Lohmann1000DancesCDCoverGesellschaftstänze gibt es seit vielen Jahrhunderten. Während langer Zeit war ihre Zahl überschaubar. Mit dem Einfluss der Musik der schwarzen Bevölkerung in den USA begann sich das im ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts zu ändern. Bis in die Siebzigerjahre brachte fast jedes Jahrzehnt seine eigenen Tänze hervor. Die meisten davon waren Modetänze und verschwanden ebenso rasch, wie sie aufgetaucht waren. Die Lohmann Rhythm And Blues Kapelle hat einigen von ihnen mit dem im Frühjahr 2017 erschienenen Album The Amazing Land Of 1000 Dances ein Denkmal gesetzt.

Chuck Berrys Vermächtnis

ChuckBerryChuckCDCoverEin Vierteljahr nach seinem Tod erscheint Chuck Berrys letztes Album: «Chuck». Es ist nicht etwa eine rasch zusammengenagelte, aufgehübschte Sammlung seiner erfolgreichsten Titel, mit der noch mal mit viel Werbe-Tamtam tüchtig Umsatz gemacht werden soll, sondern sein Vermächtnis, mit dem er sich verabschieden wollte. Er hatte seit 1980 daran gearbeitet und konnte es auch komplett zu Ende bringen. Im Oktober 2016, anlässlich seines neunzigsten Geburtstags, hatte er die Fertigstellung des Albums bekannt gegeben und es seiner Frau Themetta mit den Worten: «My darlin’ I’m growing old! I’ve worked on this record for a long time. Now I can hang up my shoes» gewidmet. Tatsächlich ist es sein erstes Album nach dem 1979 erschienenen «Rock It».

Kürzlich angehört

LillyMartinMinettaCDCover
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Der In Sidney Lumets Film «Frank Serpico» zieht der Titelheld, gespielt von Al Pacino, aus Brooklyn in…

NicoBrinaBoogiefulCDCover
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Boogie & Blues Piano ganz persönlich

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Dänische Rock-Power vom Power-Rocker

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MorrisonRollWithPunchesCDCover
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Eine Herzensangelegenheit

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Neu Geboren – zurück zu den Wurzeln

Mit einem Konzert Anfang November in der Zürcher Gessner Allee im Rahmen des…

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Grosses Kino

Dies ist eine Live-Aufnahme einer Zusammenarbeit, die durch Zufall geschaffen wurde, und dank moderner…

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Die Reduktion auf das wesentliche ist es, die einen Meister auszeichnet. Das gilt für die…

Kommende Gigs

22Feb
Do 22 Feb, 2018
20:00h
Rotosphere Feat Justina Lee Brown

22Feb
Do 22 Feb, 2018
20:00h
The Two

22Feb
Do 22 Feb, 2018
20:30h
Walt's Blues Box

23Feb
Fr 23 Feb, 2018
20:00h
Martin Baschung and big B Tonic

23Feb
Fr 23 Feb, 2018
20:00h
I-VAN & The Cargo Handlers

23Feb
Fr 23 Feb, 2018
20:30h
bluecerne

23Feb
Fr 23 Feb, 2018
21:00h
ll & the shaffle kings

23Feb
Fr 23 Feb, 2018
21:00h
Marcus Bonfanti

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