
Nicht im Gestern stehen geblieben ist Robin Trower. Der einstige Procol Harum-Gitarrist treibt auch mit stolzen 81 Jahren auf dem Buckel seine Solokarriere so munter wie kompromisslos voran. Dass er immer noch grossen Spass an der Sache verspürt, spricht aus jedem Ton seines neuen Werks «Shine». Nach wie vor weiss der Engländer seinem kraftvollen, vom Blues infizierten Rock überraschende Nuancen abzugewinnen, nach wie vor klingt er im Ansatz – will heissen: von der Komposition und von den Arrangements her – unverkennbar britisch.
Seine zehn selbst geschriebenen und produzierten Songs dienen nicht nur als Schaufenster seiner stupenden Fähigkeiten an den sechs Saiten – gewisse Medien hypten ihn einst als Nachfolger von Jimi Hendrix – Trower hat auch eine Message, die besonders in den Lyrics von Nummern wie «Faith», «Truth», «Live Your Time» und dem Titelstück «Shine» zum Vorschein kommt. Vorwiegend besorgt um den Gesang ist Richard Watts, der sich in Britannien einen hervorragenden Ruf als Interpret von Acoustic Folk bis Rock ersungen hat. Als Gast für einen Song glänzt die Vokalistin Jess Hayes, die mit ihrer Band Conolly Hayes schon für einen UK Blues Award nominiert war. Selber tritt Trower nur in «Driving On Through» ans Mikrofon.
Aufgenommen und abgemischt von Sam Winfield im Studio 91 im südenglischen Newbury, gefällt «Shine» als ein zeitloses, ideenreiches Stück Classic Rock. Robin Trower muss niemandem mehr etwas beweisen. Gerade dies macht den Reiz seiner Musik aus.
Robin Trower (g, b, voc), Richard Watts (voc), Chris Taggart (dr), Jess Hayes (voc)
(Provogue/Artone/Bertus)