
Und hier ist es: Das Debutalbum eines 19-Jährigen, der seit seinem Auftauchen die Blueswelt in helle Aufregung versetzen konnte. Und Harrell „Young Rell“ Davenport aus Vicksburg, Mississippi, liefert! Der so sympathische wie begnadete Youngster bestätigt bravourös die hohen, in ihn gesetzten Erwartungen. Mit einer für sein Alter unglaublichen Reife und Tiefe punkto Songwriting, Gesang, Harmonica und Gitarrenspiel setzt Harrell Davenport ein sattes Ausrufezeichen.
Das Debut des Youngsters gibt sich erfreulich traditionell und wurzelt stark im Chicago-Blues eines Otis Rush, Magic Sam oder Junior Wells, ohne jedoch im Geringsten altbacken zu wirken oder gar nach Copy/Paste zu riechen. Harrell weiss genau, was er macht. Zudem: sein Talent und Feeling for the Blues wird gekonnt in die richtigen Bahnen gelenkt von seinem Mentor Billy Branch, von seinem Manager und Produzenten Matthew Skoller, und vom Gitarristen und Co-Produzenten Kid Andersen, in dessen Greaseland Studios das Album aufgenommen wurde. Dass dazu die Künstler-bezogene Philosophie von Jim Pugh’s Little Village Label die ideale Plattform für Young Rell bietet, versteht sich von selbst.
Von den 12 Songs, die alle ein veritables Live-Feeling versprühen, stammen deren 10 aus der Feder von Davenport. Herausragend etwa das autobiografische „Fatherless Child“, die beiden mit augenzwinkerndem Humor unterlegten „Tomorrow“, respektive „I’ll Keep It Hot For You“ sowie die beiden Instrumentals: „Richland Swing“ swingt – nomen est omen – ganz gehörig à la 1950er Jahre und in „Nite Creepin‘“ lässt Young Rell mit seinen Harmonica-Ausflügen Erinnerungen an den unvergessenen James Cotton aufkommen. Abwechslung in die Sache bringt ausserdem die feine Southern Soul-Nummer „Spinning“. Während der Youngster bei Fenton Robinson’s Klassiker „I Hear Some Blues Downstairs“ weitgehend dem Original treu bleibt, interpretiert er Bob Dylan’s Protestsong „Masters Of War“ als krispen Chicago Shuffle.
Das renommierte Living Blues Magazin hat schon vor einiger Zeit unumwunden verkündet: «This Kid is the REAL DEAL»! Nach dem Genuss dieses Albums schliessen wir uns dem ohne Zögern an. The Blues is alive and kickin’!
Harrell Davenport (voc, g, harm), Jim Pugh (org, p), Kid Andersen (g), Daquantae Johnson (b), Endre Tarczy (b), June Core (dr), Aaron Lington (sax), Niel Levonius (tp), Larry Batiste (b-voc, horns arr)
(CD, DL, Vinyl, www.littlevillagefoundation.com)