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Jimi Hendrix Machine Gun: Live At The Fillmore East 12/31/1969 (First Show)

Die letzte Show der 60er Jahre

JimiHendrixMachineGunCDCoverDer unsterbliche Jimi Hendrix! Nach drei Alben in seiner kurzen Lebenszeit (1942–1970) und 43 offiziellen Alben seither (sowie unzähligen Bootleg-Veröffentlichungen) erscheint nun also, u.a. produziert von Stiefschwester Janie Hendrix, eine weitere Konzertveröffentlichung seines Auftritts im Fillmore East  in New York City am Sylvesterabend des Jahres 1969. Von den vier Auftritten, die Hendrix und die Band of Gypsys damals spielten, ist dies der Mitschnitt der ersten Show, und natürlich heisst es im Booklet — auf der Suche nach einem Superlativ — dass dies «one of the most important, exhilarating and misunderstood concerts» gewesen sei. Die Missverständnisse um Jimi Hendrix liessen sich in den 46 Jahren seit seinem unzeitgemässen Ableben weitgehend ausräumen, und so bleibt ein weiteres Live-Album für die Fans von Hendrix und eine Veröffentlichung seiner Familie — sowie 11 Titel, die das Genie Jimi Hendrix in einer gewissen Breite abbilden, da sie eine neue Seite zeigen, eine Ahnung, davon, was noch möglich gewesen wäre, hätte sich Jimi Hendrix nicht dem «Klub 27» angeschlossen.

Bill Graham führte an diesem letzten Abend im Jahr 1969 die Band ein mit den Worten: «Wellcome a very old friend with a very new name». Was er damit meinte ist, dass Hendrix sich vor kurzem von der von Produzent Chas Chandler zusammengestellten Jimi Hendrix Experience getrennt hatte und nun mit neuem Konzept auftrat: Bassist Noel Redding und Schlagzeuger Mitch Mitchell waren Vergangenheit, Billy Cox hatte bereits seit 1969 seine Finger am Tieftöner und Buddy Miles übernahm die Trommeln.

Die Band of Gypsys war experimenteller, jazziger als das alte Vehikel The Jimi Hendrix Experience es gewesen war, das zwar die ikonisch mit dem Namen Hendrix verbundenen Titel wie Hey Joe, Little Wing, Purple Haze oder All Along the Watchtower eingespielt hatte, das aber die Vorstellungen des Bandleaders weniger kreativ umsetzen konnte, weil Redding und Mitchell eine gute Rockband waren, aber in Sachen Fusion den Gitarristen nicht so unterstützen konnten wie die Jazz-affinen Cox oder Miles. Die «Zigeunerband» blieb aber nur für 10 Wochen aktiv, denn nach einem abgesagten Auftritt im Madison Square Garden am 28. Januar 1970 wurde das Trio bereits wieder aufgelöst, Hendrix fuhr/floh nach Grossbritannien, wo er ja dann tragischerweise am 18. September sein Leben aushauchte.

Die vier Auftritte in Bill Grahams Rocktempel in New York (am Abend vor Hendrix traten Blood, Sweat & Tears auf, für die Abende danach standen The Grateful Dead, Ike & Tina Turner sowie Santana auf dem Programm) stellen also den Versuch eines Neuanfangs dar, eine programmatische Neuausrichtung. Hendrix spielt auf dem Album weniger rockig, das Wah-Wah-Pedal bleibt häufiger aus, dies ist nicht mehr der verrückte Hippie der Jahre 1967 und 1968, hier suchte ein Musiker nach einer gereiften Ausdrucksmöglichkeit.

Hier liegt wohl auch das Missverständnis, denn Rockfans wollen ja stets die alten Songs hören und so waren wohl nicht wenige Fans verstört, als sie nicht mehr den verrückten Rockgott hörten, sondern einen ernsten und konzentrierten Musiker, der in neuer Form Dialoge mit seinem Trio und eine neue Ausdrucksweise für seine Musik suchte. Hendrix selbst sagte einem Vertreter der der Presse am zweiten Tag im «Fillmore»: «I want to bring it down to earth, I want to get back to the blues, because that’s what I am».

Diesem Grundsatz wollten die drei Produzenten Janie Hendrix, Eddie Kramer und John McDermott, umsetzen. Das Trio hat alle Veröffentlichungen des Nachlasses verantwortet, die seit 1995 von der Rechteinhaberin Experience Hendrix L.L.C. herausgegeben werden. Seit dem Tod von Vater Al Hendrix im Jahr 2002 hat Stiefschwester Janie gemeinsam mit ihrem Cousin Robert das Ruder übernommen und Jimis Bruder Leon Hendrix ausgebootet. Wie dem auch sei, das das Album klingt aus jeden Fall stärker Blues-basiert als andere, frühere Aufnahmen, aber auch nicht so deutlich wie auf dem Album Blues, auf dem u.a. Hendrix’ Fassungen von Catfish Blues oder Born under a Bad Sign zu hören sind. Machine Gun schliesst hier an, das neue Album bringt einen konzentriert spielenden Hendrix, und es drängen sich Parallelen zu Stevie Ray Vaughans «cleanem» Album In Step auf.

An dem Konzert spielte die Band wenig einstudierte Songs, und wenn die Material auch nicht gänzlich neu ist, so gibt es doch Erstveröffentlichungen, was insbesondere für Komplett-Sammler von Interesse sein dürfte. Manche der Titel erschienen bereits auf Band of Gypsys (1970), Band of Gypsys 2 (1986), Live at the Fillmore East (1999) sowie and West Coast Seattle Boy: The Jimi Hendrix Anthology (2010). Auf Changes überlässt er Buddy Miles den Gesang und konzentriert sich auf die Pedale. Ebenso auf Stop, einem allmählich sich steigernden Slow Blues-Format. Der letzte Titel Burning Desire, eine Tour de Force mit 9:04 Länge, war mir ebenso neu wie Lover Man. Earth Blues und Ezy Ryder erschienen ebenfalls neu auf der Setlist fürs Fillmore.

Jimi Hendrix – Guitar, Vocals
Buddy Miles – Schlagzeug, Vocals , Backing Vocals
Billy Cox – Bass, Backing Vocals
 
1. Power Of Soul 5:30
2. Lover Man 3:14
3. Hear My Train A Comin' 9:06
4. Changes 5:58
5. Izabella 3:29
6. Machine Gun 8:54
7. Stop 5:30
8. Ezy Ryder 5:55
9. Bleeding Heart 6:38
10. Earth Blues 6:24
11. Burning Desire 9:40