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Musik

GProject Blues Band Blue Shadow

 Modern Vintage Classic Rock

Die im Südosten Deutschlands beheimatete Band GProject Blues Band legt mit Blues Shadow ihren ersten Longplayer vor, auf dem das Quartett eine erstaunliche stilistische Vielfalt zeigt. Dabei stellt sie eine erfreuliche Sicherheit in allen Bereichen unter Beweis, sei es harter Bluesrock oder sanfte Ballade. Die 15 Titel auf der CD teilen sich in acht Eigenkompositionen und 7 Covers von solch unterschiedlichen Komponisten wie Merle Travis, Elmore James oder Joe Walsh. Mit ihrer stilistischen Vielfalt macht die Band Laune und Lust auf mehr, und die CD ist ausgesprochen abwechslungsreich, wobei sie stets mehr als unterhaltsam bleibt. Das ist beste Stimmungs-Musik. Ob akustische Slide-Gitarre oder Rock-Soli im grossen Stil, beides passt hier gut nebeneinander. Die Band hat wirklich das Prinzip verinnerlicht, dass das Ensemble einer Rockband mehr ist ihre einzelnen Musiker. Es wäre zu hoffen, dass die Band bald auch in der Schweiz live zu sehen ist.

 

 

Die Band besteht aus vier erfahrenen Musikern aus in der Mitte Bayerns, einer Gegend bekannt als die Hallertau in der Nähe von Ingolstadt. Als Band seit einigen Jahren unterwegs und dabei schon Backup für Gospel-Chorleiter Albert C. Humphrey oder Blueser Hotte Miller, ist die Band gut eingespielt und kennt sich anscheinend blindlings, denn die Songs sind allesamt aus einem Guss. GProject Blues Band ist im Wesentlichen ein klassisches Quartett aus Gitarre, Piano, Bass und Schlagzeug, wobei es hier Pianist Michael «Staudi» Staudenmeyer ist, der die Gesangsparts übernimmt. Der Lead-Sänger und Pianist der Band hat eine für Blues und Rock perfekt geeignete Stimme, die stark an John Fogerty erinnert: diese sanfte Rauchigkeit, die grosse emotionale Intensität, das passt alles sehr gut. Gitarrist Max «Joe» Bretz beherrscht die moderne Bluesgitarre mit allen stilistischen Feinheiten, er ist auf allen Aufnahmen deutlich zu vernehmen und trägt wesentlich zum irgendwo Vintage-klassischen Sound des Quartetts bei. Bretz hat die Gitarrengötter von der British Invasion bis zu den jungen Wilden verinnerlicht und spielt makellose Soli mit verschiedensten Gitarrensounds.

Basis und Leitplanke für den Sound einer Band ist auch hier klar das Rhythmusduo aus Bassist James «Jamie» Ranson undSchlagzeuger Tom «Tombo» Zauner. Die beiden sind bestens aufeinander eingespielt und sie bieten einen sicheren Boden, egal wie wild und ausgelassen die Songs werden. Der Bass ist weich und zart, er hält die Songs zusammen, indem die Basslinien auch auf der CD durchgehend gut zu hören sind. Reinhören musste ich mich erst in Zauners Schlagzeug, das als unermüdlich vorwärts peitschende Kraft deutliche seine Wurzeln im Rock nicht verleugnen kann. Die Gemütlichkeit eines verschleppten Shuffle bleibt eine Seltenheit auf der im grossen Ganzen sehr fetzigen CD. Für diesen Charakter scheint mir in erster Linie «Tombo» Zauner verantwortlich, der ein Tier ist hinter seiner Schiessbude, aber verlässlich wie ein Uhrwerk.

Die Band hat eine Eigenheit: sie spielen zunächst gerne mit einer aufreizenden Gemächlichkeit in den Titeln, ehe dann im zweiten Teils des Songs die Post abgeht. Beispiele hierfür sind Joe Walshes Rocky Mountain Way oder die Eigenkomposition Downtown. Der letztere Titel bietet dafür einen aufsehenden Rhythmuswechsel, wenn er nach einer Dreiviertelminute von der sanften Ballade in einen Rockabilly-Rock’n’Roll-Titel wechselt.

Sei es Texas-Shuffle (Keep Your Hands to Yourself), ein schneller Rock’n’Roll wie Lonesome Rider oder ein wunderbar schnulziger Slow-Blues (Lonesome Highway), die Band hat die Stilrichtung drauf. Auch eine Piano-Ballade wie Soldier of Fortune gelingt. Die Band kommt auf jedem Titel mit grosser Ernsthaftigkeit und Professionalität rüber, und so ist dies ein konzentriertes Album mit gut gespielter und gut produzierter Musik auf hohem Niveau.

Manche Gesangspassagen haben noch Entwicklungspotential. Passend zum Gesangsstil ist das Cover von Creedence Clearwater Revivals Klassiker Long as I Can See The Light auch eine der stärksten Nummern auf dieser CD. Auf anderen Titeln hat Staudenmeyer einen wahrnehmbaren, wenn auch nicht störenden Akzent im Gesang. Insgesamt sind es vor allem die langsameren Songs wie Lonesome Highway oder das Intro zu Downtown bei denen die Fremdsprache zu hören ist.

Keep Your Hands to Yourself, ein Titel von Georgia Sattelite mit allen Merkmalen von klassischer Rockmusik kommt grossartig daher, die Slide-Gitarre und das Harp-Solo perfekt, das Fundament der Rhythmus-Section ist in jeder Hinsicht verlässlich. Und von Tastenmann Michael «Staudi» Staudenmeyer hat hier ein begeisterndes Solo zu hören. Ein wunderbarer Titel, wenn vielleicht auch nicht sehr bluesig im Grundgefühl.

Dust My Broom wird als Komposition von Robert Johnson angegeben, aber es ist eindeutig mehr die Fassung von Elmore James, die hier Pate stand. Die Tugenden, welche die obengenannten Rocksongs treibend und fetzig machten, wenden sich hier gegen den Titel, denn der Drum-Beat prügelt hier das Blues-Feeling weitgehend heraus und wandelt den Titel so in einen Rock-shuffle.

Erstaunlich ist dafür der folgende Song, das rein instrumentale Gitarrensolo Joe’s Blues for Muddy Waters, eine Hommage an den grossen Blues-Vater aus dem Delta. Dies ist ein elektrischer Slide-Blues mit viel Luft zum atmen, zeitlos schön. «Joe» Bretz klingt hier zwar nicht wie Waters, was wohl auch nicht das Ziel war, aber die emotionale Hommage gelingt dennoch.

Als nächster Titel folgt Blues Deluxe, ein Cover von Joe Bonamassas Slow-Blues-Burner auf der gleichnamigen CD. Auch hier ist der Gesang nicht über allen Zweifel erhaben, aber erneut als Gesamtleistung der Band gut getragen und als Band-Leistung überaus ansprechend, wenn man sich vielleicht auch ein Piano-Solo wünsche würde. Der Klassiker Sixteen Tons von Merle Travis reisst stilistisch ein neues Fenster auf und zeigt, wie ein Cover geht: Das Original scheint durch, aber es wird nicht einfach nachgespielt, sondern auf eigene Art und Weise interpretiert. Der Bass von «Jamie» Ransom trägt den Titel vorbildlich und hier ist erfreulicherweise auch wieder mehr von der Tastenarbeit zu hören. Der Closer you Changed My Mind scheint von «Joe» Bretz gesungen, ein leichtes und fröhliches Lied mit schöner Perkussion.

Insgesamt ist dies eine gute CD mit grosser musikalischer Vielseitigkeit, wobei ein eigentliches Blues-Feeling zugunsten von rockigeren Tönen etwas kurz kommt. Als Kritikpunkte bleibt neben den erwähnten Punkten vor allem zu bemerken, dass Staudenmeyers Klavier oftmals kaum auszumachen ist (mit der grossen Ausnahme Soldier of Fortune, das hauptsächlich ein Pianostück ist). Und für den ersten Titel 100 Buck’s for peeing hätte man sich eine Kontrollinstanz gewünscht, die das Apostroph noch gestrichen hätte.

 

Links:
Homepages der Band
http://www.gproject-blues.de/
Schöner mit Blue Shadow, dem Titelsong der CD.
Gleiches Konzert mit
mit tollem Piano-Intro
 

 

GProject Blues Band Blue Shadow 2013
Michael «Staudi» Staudenmeyer (Gesang , Piano)
Max «Joe» Bretz (Gitarre, Gesang)
James «Jamie» Ranson (Bass)
Tom «Tombo» Zauner (Schlagzeug, Perkussion)
 
1. 100 Buck's for peeing 3:32
2. Downtown 3:04
3. Lonesome Highway 6:17
4. Rocky Mountain Way 6:10
5. Blue Shadow 3:18
6. Keep Your Hands to Yourself 3:56
7. Get It Done 5:25
8. Lonesome Rider 2:48
9. Long As I Can See the Light 3:49
10.Dust My Broom 4:08
11.Joe's Blues for Muddy Waters 3:15
12.Blues Deluxe 6:31
13.Sixteen Tons 5:36
14.Soldier of Fortune 3:35
15.You Changed My Mind 2:49